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Film-Karaoke im Filmrauschpalast - "Eure Helden - Eure Stimmen"

Ihr wolltet schon immer Prinzessin Leia die Meinung sagen, auf der Titanic mit Leonardo flirten, der bessere Bond sein oder die Filmgeschichte neu interpretieren? Verein Moabit e.V. und Filmrausch Moabit e.V. präsentieren am 17. Januar wieder Film-Karaoke im Filmrauschpalast.

Wählt aus über 90 Szenen und aus mehr als 40 Filmen eure Lieblingsszene/ Lieblingsfilm und sprecht und interpretiert diese live on stage vor Publikum und dem laufenden Film. Neu, anders, besser als das Original.

Im Anschluss DJ SLOW HAND. Filmmusik, Soundtracks und mehr.

17.01.14, 20:00 Uhr, Filmrauschpalast Moabit, Lehrter Strasse 35, 10557 Berlin



In Zusammenarbeit mit dem Verein Moabit e.V. wollen wir in Zukunft regelmässig Film-Karaoke Abende veranstalten.Das zweite gemeinsame Event findet am 17. Januar 2014 um 20:00 Uhr im Filmrauschpalast Moabit statt.
 

Filmkaraoke?
Analog zur (Musik-)Karaoke werden hier die Dialoge aus verschiedenen Szenen/ Filmen gesprochen/interpretiert. Mal mit dem Versuch möglichst nah am Original zu bleiben, mal völlig frei und neu interpretiert oder improvisiert, alles ist möglich. Die jeweiligen Untertitel geben eine Orientierung und Hilfestellung.
Der Film auf grosser Leinwand, die „Sprecher/Sprecherinnen“ neben/vor der Leinwand plaziert und mit Mikros ausgestattet. Bei einigen Szenen ist auch das ganze Publikum gefragt.

Wie geht das?
Es wird einfach der Centerkanal, auf dem die Sprache liegt, stumm gestellt, so dass nur die Musik/Geräusche zu hören ist. Die Sprache und die Dialoge kommen dann von „live on stage“ und werden zu der/n Musik/Geräuschen des Films „gemischt“.

Das Repertoire!
Blue Velvet, Kill Bill, 2001, Das Leben des Brian, Pulp Fiction, Casablanca, The Big Lebowski, Grease, Spiel mir das Lied vom Tod, Star Wars, James Bond, Marx Brothers, Findet Nemo, Frankenstein, Titanic und viele mehr. Mehr als 90 Szenen aus über 40 Filmen stehen zur Auswahl.

Im Anschluss wird DJ SLOW HAND Filmmusik, Soundtracks und mehr (Vinyl) auflegen. Es darf und soll getanzt werden.

Letzte Aktualisierung ( 17.01.2014 )
 
Park Chan-Wook - Werkschau Drucken E-Mail

Park Chan-wook Werkschau vom 16.05.-05.06.13


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Szene aus OLDBOY
Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook ist neben Kim Ki-duk mit Sicherheit der bedeutendste Vertreter des neuen koreanischen Kinos. Seine Filme sind ästhetisierte, visuell eindrückliche Meisterwerke. Seine Bilder sparen nicht mit Gewalt und handfestem Body-Horror - trotzdem geht er zarter (in CYBORG: geradezu zärtlich!) zu Werke als viele seiner Kollegen. Vieles von dem Schrecken, den Chan-wook uns vorsetzt, manifestiert sich erst in unserem Kopf. Seine Protagonisten sind  Getriebene (Rache-Trilogie), Verletzte (CYBORG), Verratene (JSA). Doch immer sind sie auf einer Suche, auf einer Reise, auf einer Mission. Und nicht selten (SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, LADY VENGEANCE) sind sie Täter und Opfer zugleich.

Obwohl er vorher schon zehn Jahre lang Filme drehte, ist er international erst 2003 mit seinem Drama OLDBOY in Erscheinung getreten. 2012, wieder ein Jahrzehnt später, ist er nun endgültig auf der globalen Leinwand angekommen und legt mit STOKER seine erste Hollywood-Produktion vor. Der Thriller startet dieser Tage auch in Deutschland - Anlass genug für uns, eine kleine Werkschau zu halten und sechs seiner Langfilme zurück auf die große Leinwand zu holen. Neben seiner obsessiven Auseinandersetzung mit dem Rache-Motiv in der gleichnamigen Trilogie (SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE, OLDBOY, LADY VENGEANCE) sind das das heute plötzlich brandaktuelle Nordkorea-Südkorea-Drama JSA - JOINT SECURITY AREA, der Vampir-Film DURST und der märchenhafte I'M A CYBORG BUT THAT'S OKAY.

Alle Termine


24.05.2013 Fr 19:45 Uhr
25.05.2013 Sa 17:30 Uhr
26.05.2013 So 22:00 Uhr
29.05.2013 Mi 19:45 Uhr
03.06.2013 Mo 21:45 Uhr
SYMPATHY FOR MR. VENGEANCE (OmU)
(Drama, ROK, 2002, 121 min, digital)
R: Park Chan-wook
D: Kang-ho Song, Ha-kyun Shin, Doona Bae

Ein kürzlich entlassener Fabrikarbeiter entführt die Tochter seines ehemaligen Chefs, um mit dem Lösegeld eine Nierentransplantation für seine kranke Schwester finanzieren zu können. Doch der Plan führt in die Katastrophe, und eine Spirale der Gewalt und Rache ist die Folge.


23.05.2013 Do 19:45 Uhr
24.05.2013 Fr 17:30 Uhr
25.05.2013 Sa 22:00 Uhr
26.05.2013 So 19:45 Uhr
05.06.2013 Mi 21:45 Uhr
OLDBOY (OmU)
(Drama, ROK, 2003, 120 min, digital)
R: Park Chan-wook
D: Min-sik Choi, Ji-tae Yu, Hye-jeong Kang

Ein Durchschnittsmann durchlebt ein 15-Jährige Martyrium in Gefangenschaft nach einer scheinbar grundlosen Entführung. Als er sich befreien kann und sich auf die Suche nach seinem Entführer macht, muss er erkennen, daß selbst das im Plan seines Peinigers war.  Ein schmerzvoller Weg liegt vor ihm, auf dem er stückweise den Grund für sein Leiden erfährt. Ein erklärter Lieblingsfilm von Quentin Tarantino, der ihm als Juryvorsitzender in Cannes 2003 den großen Preis der Jury verleihen konnte.


24.05.2013 Fr 22:00 Uhr
25.05.2013 Sa 19:45 Uhr
26.05.2013 So 17:30 Uhr
27.05.2013 Mo 19:45 Uhr
04.06.2013 Di 21:45 Uhr
LADY VENGEANCE (OmU)
(Drama, ROK, 2005, 112 min, digital)
R: Park Chan-wook
D: Yeong-ae Lee, Min-sik Choi, Shi-hoo Kim

Dreizehn Jahre, nachdem sie unschuldig für den Mord an einem kleinen Jungen verurteilt wurde, wird Geum-ja Lee aus dem Gefängnis entlassen. Gemeinsam mit ihrer Tochter, die inzwischen im Ausland adoptiert wurde, begibt sie sich auf einen Rachefeldzug, um den wahren Mörder zur Strecke zu bringen. Doch die erhoffte Erlösung wird sie nicht erleben ... Chan-wooks dritte und finale Beschäftigung mit dem Rache-Thema.


17.05.2013 Fr 19:45 Uhr
22.05.2013 Mi 19:45 Uhr
23.05.2013 Do 22:00 Uhr
31.05.2013 Fr 22:00 Uhr
JSA - JOINT SECURITY AREA (OmU)
(Thriller, 2000, 110 min, 35mm)
R: Park Chan-wook
D: Yeong-ae Lee, Byung-hun Lee, Kang-ho Song

Zwei nordkoreanische Grenzposten werden erschossen in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden Koreas aufgefunden. Zunächst scheint der Fall klar - ein Angriff aus dem verfeindeten Süden. Doch bei der Untersuchung der Vorfälle wird offenbar, daß die beteiligten Grenzsoldaten enger miteinander bekannt waren, als die tiefe Feindschaft der beiden Länder eigentlich erlauben dürfte. Das warmherzige und bisweilen komische Drama war lange Zeit der erfolgreichste Film Koreas und ist angesichts der derzeitigen Krise aktueller den je.


16.05.2013 Do 19:45 Uhr
19.05.2013 So 19:45 Uhr
29.05.2013 Mi 22:00 Uhr
02.06.2013 So 21:45 Uhr
DURST (OmU)
OT: THIRST
(Drama, 2009, 133 min, 35mm)
R: Park Chan-wook
D: Kang-ho Song, Ok-bin Kim, Hae-suk Kim

Sang-hyun, Priester eines Krankenhaus, testet freiwillig einen Impfstoff gegen einen tödlichen Virus. Das Experiment scheitert und nur eine zufällige Transfusion von Vampirblut lässt ihn überleben. Der ehemals asketische Kirchenmann entdeckt nun seine Leidenschaft für alles Fleischliche ...


18.05.2013 Sa 19:45 Uhr
21.05.2013 Di 19:45 Uhr
27.05.2013 MO 22:00 Uhr
01.06.2013 Sa 21:45 Uhr
I'M A CYBORG BUT THAT'S OKAY (OmU)
(Roboterliebe, 2006, 105 min, 35mm)
R: Park Chan-wook
D: Su-jeong Lim, Rain, Hie-jin Choi

Märchenhafte Girl-meets-Boy-Geschichte in der Psychiatrie. Die junge Young-goon glaubt fest daran, ein menschenvernichtender Killerroboter zu sein - klar, daß sie menschengerechte Nahrung verweigert und sich am liebsten mit ihrem Bruder, dem Getränkeautomaten, unterhält. Realität und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander, doch hier werden beide ins absolute Gegenteil verkehrt.
Letzte Aktualisierung ( 06.05.2013 )
 
MORE THAN HONEY Drucken E-Mail

ImageDokumentarfilm
Schweiz / Deutschland / Österreich 2012
Regie und Drehbuch: Markus Imhoof
Co-Autorin: Kestin Hoppenhaus
Kamera: Jörg Jeshel
Musik: Peter Scherer
Sprecher: Robert Hunger-Bühler
Web: www.senator.de

Ein toller Film: poetisch und warmherzig, präzise recherchiert und technisch brillant. Das Thema erscheint zunächst unspektakulär: Es geht um die Honigbiene. Aber wenn es einen Dokumentarfilm gibt, der auf die Kinoleinwand gehört und ein großes Publikum anspricht, dann ist es dieser. Überwältigend schön, mit fantastischen Bildern und unglaublich interessant!

 

ACHTUNG: am 16.3.13 ab 15 Uhr Sonderveranstaltung mit Film, Vortrag zum Thema Honig und Biensterben und Diskussion! Save the date!

 

FILMKRITIK


Schon Großvater Imhoof hatte mit Bienen zu tun: Als Chef einer Obstkonservenfabrik war er nicht nur Obstbauer, sondern auch Imker, denn wer Obst will, braucht Bienen. Ohne Honigbienen gibt es keine Bestäubung und ohne Bestäubung gibt es kein Obst. Das Kind Markus Imhoof lernte vom Großvater, wie wichtig die Bienen für die Menschen und für die gesamte Natur sind. Aus dem kleinen Jungen wurde einer der bekanntesten Schweizer Regisseure, der mit seinen Filmen, oft über heikle gesellschaftliche Themen, Aufsehen erregte. Aus den Honigbienen wurde eine Tierart in der Krise. Es geht ihnen nicht gut. Weltweit sterben sie, und niemand weiß, warum.

Markus Imhoof wagt sich wieder an ein kompliziertes Thema, das diesmal auch ihn selbst und seine Familiengeschichte betrifft. Er versucht das Rätsel um das Bienensterben zu lösen. Dafür reist er um die Welt und untersucht das Verhältnis zwischen Bienen und Menschen, er trifft auf rücksichtslose Geschäftemacher ebenso wie auf unermüdliche Traditionalisten. Die Zusammenhänge zwischen dem Missbrauch der Natur durch den Menschen und den Folgen werden schnell deutlich. In China sind Honigbienen in einigen Regionen ausgestorben – hier werden Obstbäume von Hand bestäubt. Markus Imhoof reist mit einer Pollenhändlerin und zeigt, wie aufwändig es ist, wenn der Mensch die Arbeit der Bienen übernimmt. In Österreich züchtet eine freundliche Dame gemeinsam mit ihrer Tochter aus besonders fleißigen und sanftmütigen Bienenvölkern brave Königinnen, die sie samt Hofstaat per Post in alle Welt verschickt. Das ist dringend notwendig, denn der Bedarf an Bienen ist riesengroß. Millionen von Bienen müssen auf Obstplantagen rund um den Globus für die Befruchtung von giftverseuchten Blüten sorgen, sie bekommen Antibiotika, und sie sterben dennoch – an Parasiten, vielleicht auch am Stress.

Körper und Seele des Menschen werden bis in die letzte Zelle und bis zum hintersten Hintergedanken erforscht. Wie aber sieht es bei den Bienen aus? Markus Imhoof trifft Wissenschaftler und filmt ihre Experimente über Kommunikation und Lernverhalten von Bienen. Mithilfe von Makroaufnahmen und Minihubschraubern gelingen ihm unglaubliche Bilder. Er zeigt die Geburt einer Königin und ihre Aufzucht, den Hochzeitsflug, die Eierablage und die Gründung eines neuen Bienenvolkes.

Letzte Aktualisierung ( 06.05.2013 )
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BEASTS OF THE SOUTHERN WILD (OmU) Drucken E-Mail
ImageUSA 2012
Regie: Benh Zeitlin
Darsteller: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Jonshel Alexander
Länge: 92 Min.
Web: www.beastsofthesouthernwild.de

Mit einer sensationell guten Kinderdarstellerin erzählt “Beasts of the Southern Wild” von einer Gemeinschaft von Außenseitern und Verlierern, die im Sumpfdelta um New Orleans bewusst die geregelte Gesellschaft meiden. Unter ihnen wird die sechsjährige Hushpuppy unkonventionell vom mal liebevollen, dann oft abwesenden Vater aufgezogen. Auf sich gestellt, entwickelt das Kind eine fantastische Welt, die den Film zu einem der besten des Jahres macht.


PRESSESTIMMEN


Ein hypnotischer, bildgewaltiger Trip zwischen Fantasie und Realität.
STERN

Eine Geschichte von Liebe und Hoffnung und dem Überleben mit dem Hurrikan Katrina: Der Film war der Überraschungserfolg beim Festival in Cannes - und gilt bereits als heimlicher Oscar-Anwärter. In der Low-Budget-Produktion, gedreht in den Sumpfgebieten des Mississippi-Delta von Louisiana, mit Laiendarstellern aus dem "Bayou" - jener von Hurrikans und dem steigenden Meeresspiegel bedrohten Region - erzählt Regie-Debütant Benh Zeitlin die berührende Geschichte eines Mädchens, das seine Heimat verliert… der schönste Film des Herbstes. …ein gewagter, geglückter, großer Film voller magischer Momente.
ARD titel thesen temperamente

Ein herzergreifendes Lehrstück über das Leben und seine Vergänglichkeit. Oscar-würdig! Märchenhaft und erschreckend real zugleich - ein Indie-Meisterwerk.
Cinema

Ein Meisterwerk, das Poesie mit Politik vereint.
Der Spiegel


FILMKRITIK


Die sechsjährige Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) lebt mit ihrem Vater Wink (Dwight Henry) im Marschland hinter einem Damm, der brave amerikanische Bürger bei New Orleans vor dem Golf von Mexiko schützt. Die Ungezähmten blieben im unregulierten Becken des Flussdeltas, in der freieren Natur. Hushpuppy wird von ihrem immer wieder heftig trinkenden Vater sehr unkonventionell zur Härte erzogen. So hat das kleine Mädchen, das auch Junge sein könnte, seine eigene Hütte neben der des Vaters. Die fackelt sie allerdings ab, als ihr Wink wieder für einige Tage im Krankenhaus verschwindet. Das erstaunliche Kind sucht auf seinen Exkursionen in die wild wuchernde Natur selbständig Erklärungen für dies und vieles andere. Sie horcht nach dem Herzschlag von Tieren und Pflanzen. Vor allem will Hushpuppy wissen, wo ihre Mutter ist.

Die kindlich fantasievollen Antworten, die wir im Off des Mädchens hören, gehen ins Magische, erzählen vom Schmelzen der Polkappen, einer großen Flut und riesigen prähistorischen Auerochsen, die dann auch im Bild heranstürmen. Die Flut kommt tatsächlich über die bunte Gemeinschaft von Trinkern und überzeugten Außenseitern in Form eines heftigen Wirbelsturms. Und über Hushpuppy, weil ihr Vater sterben wird.

Letzte Aktualisierung ( 27.02.2013 )
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PARADIES: LIEBE Drucken E-Mail
ImageÖsterreich, Deutschland, Frankreich 2012
Regie: Ulrich Seidl
Buch: Urlich Seidl, Veronika Franz
Kamera: Wolfgang Thaler, Ed Lachmann
Darsteller: Margarethe Tiesel, Peter Kazungu, Inge Maux, Dunja Sowinetz, Helen Brugta, Gabriel Mwarua
Web: www.neuevisionen.de

Schon von der ersten Szene an weiß man: Jetzt kommt ein echter Seidl. Situationen, die den hässlichen Stumpfsinn der Suche nach Glück offenlegen. Mit „Paradies: Liebe“ beginnt Seidl eine Trilogie über die Themen Glaube, Liebe, Hoffnung. In diesem ersten Teil begleitet er eine Wienerin nach Kenia, wo sie bei den Beach-Boys sucht, was ihrem traurigen Leben fehlt. Der Film feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes.


PRESSESTIMMEN


Ein Film wie ein schonungsloses Gemälde.
ARD Tagesthemen

Ein schönes, böses Meisterwerk.
Süddeutsche Zeitung


FILMKRITIK


Teresa (Margarethe Tiesel) ist um die 50, alleinstehend und Mutter einer übergewichtigen Tochter im Teenageralter. Unter einem rigiden Ordnungsregiment und ständiger Betriebsamkeit versteckt sie Leere und Einsamkeit. Ein Urlaub in Kenia soll mit Erotik und Romantik die eingefahrenen Bahnen aufbrechen. In einem Strand-Ressort warten gezähmte Idylle, Sauberkeit und Ordnung sowie, fein säuberlich durch ein Seil vom Grundstück abgetrennt, dunkelhäutige Beach-Boys auf der Suche nach reichen europäischen Sugarmamas. Teresa ziert sich anfangs, legt sich dann aber wie alle anderen Urlauberinnen mit Munga einen afrikanischen Lover zu. Natürlich dauert es nicht lange, bis Munga Teresas Geld verlangt, um damit seine angebliche Schwester, sonstige Verwandte und die örtliche Schule zu versorgen. Enttäuscht wendet sich Teresa einem anderen zu, bis das Spiel von vorn beginnt.

„Ich möchte, dass einer in meine Seele sieht und nicht auf meinen dicken Hintern“, sagt Teresa in einer Szene. Diese rührende Naivität und ihre Suche nach ehrlicher Anerkennung zeichnen sie aus. Dass sie damit in Kenia völlig fehl am Platze ist, zeigt das Verhalten der anderen Urlauberinnen, die ziemlich unverblümt nur Sex wollen. Seidl ist nach wie vor ein Meister darin, mit seinen brutalen Bildern die dicke Schicht von Zivilisation wegzureißen und die darunter liegende Verknöcherung und Verrohung zu zeigen. Besonders erfolgreich ist er damit in weniger expliziten Tableaus: Wenn Teresa etwa ihre Wohnung in einem Miethaus in Wien betritt, das gefilmt ist wie ein monströses Gefängnis; oder wenn sie mit ihrer Schwester und Tochter schweigsam Kuchen in sich hineinschaufelt. Eine verheerende innere Leere kennzeichnet auch das afrikanische Urlaubsparadies, eine Hölle aus Pool, Bar und infantilen Gruppenspielchen mit Animator. „Paradies: Liebe“ zeigt hinter diesen harten Bildern eine traurige Geschichte: Wie Teresa auch noch den letzten Rest Hoffnung aufgibt, in dieser Welt Liebe und Verständnis zu finden und ihrerseits zur kalt kalkulierenden Sex-Urlauberin wird.

Letzte Aktualisierung ( 15.03.2013 )
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