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20+22 Uhr.: Moon (Fr/Sa nur 20 Uhr) |
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05.08.2010 |
GB 2009 Regie: Duncan Jones Drehbuch: Duncan Jones, Nathan Parker Produktion: Trevor Beattie, Nick Bentham Kamera: Gary Shaw Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey Laufzeit: 97 Minuten Web: www.sonypictures.com
Duncan Jones, Sohn von David Bowie, hat einen sympathisch altmodischen Science-Fiction gedreht, indem es um alternative Energien, Gentechnik, Ethik und die Großindustrie geht. Sam Bell, Angestellter von Lunar Industries, betreut ganz alleine den Helium-3-Abbau auf dem Mond. Kurz bevor sein 3-Jahres-Vertrag abläuft, geschehen seltsame Dinge in seiner Raumstation. Es läuft durchaus nicht alles so, wie Lunar es ihm vermittelt hat. Der Film, der auf Action verzichtet und sich durch freundlich-robuste Modellanimationen und ein intelligentes Drehbuch auszeichnet wurde, mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet, u.a. den BAFTA Award für 'besten Debutfilm' und 'besten britischen Film', den British Independent Film Award und den Preis des Edinburgh Film Festivals.
FILMKRITIK Die Erde hat ihr Energieproblem gelöst. Die alten umweltschädlichen Energiequellen Atom, Kohle und Öl sind inzwischen fast vollständig von Helium 3 abgelöst worden. Sam Bell (Sam Rockwell) ist Angestellter von Lunar Industries, die den wertvollen Rohstoff auf der erdabgewandten Seite des Mondes abbauen. Schon fast drei Jahre lebt er als einziger menschlicher Arbeiter auf der Mondstation von Lunar und kümmert sich dort gemeinsam mit Computer GERTY um den reibungslosen Ablauf. Seine Tage sind gleichförmig. Einmal täglich besucht er die großen Abraummaschinen, die sich über die Mondoberfläche arbeiten, holt das Helium ab und verschifft es zur Erde. Die restliche Zeit verbringt er mit Essen, Fitnesstraining, filigranen Schnitzarbeiten und der Vorfreude auf die Rückkehr zur Erde nach Ablauf seines Drei-Jahres-Vertrages. Dort warten Frau und Kind auf ihn, auch wenn die Videobotschaften seiner Frau sich etwas ambivalent anhören.
Nur wenige Wochen vor seiner Rückkehr wird die Routine unterbrochen. Als Sam seine übliche Tour über die Mondoberfläche macht, erleidet er einen Unfall. Er wacht in der Krankenstation der Raumstation wieder auf. Wie er dort hinkommt, kann er sich nicht erklären. Ebensowenig, warum er nicht mehr ins Freie darf. Sam beginnt den Ungereimtheiten auf die Spur zu gehen und entdeckt nach und nach, dass er nur ein kleines Rädchen im perfiden System von Lunar ist.
MOON ist ein sympathisch altmodischer Science-Fiction, der auf liebevolle Modelle und einen durchdachten Plot, statt auf ausgeklügelte CGI-Effekte setzt. Die Raumstation und die Helium-3-Abbaumaschinen erinnern eher an die Monstermaschinen aus dem Braunkohletagebau als an Designer-Computer. Bei den Farben dominiert Grau, lediglich das Lunar-Logo leuchtet Gelb auf Sams Overalls. Die robuste Ästhetik macht Sinn, immerhin geht es um Arbeitsmaschinen, die vor allem funktional und solide sein müssen und dem menschlichen Mondarbeiter lediglich das Minimum an Komfort bieten, dass ihn vor dem Durchdrehen bewahrt. Auch geht von den Modellen eine ganz andere Präsenz und Glaubwürdigkeit aus, als von den spiegelglatten Oberflächen digitaler Animationen.
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Letzte Aktualisierung ( 02.09.2010 )
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05.08.2010 |
Deutschland 2010 Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch Buch: Agostino Imondi Musik: Tonbüro Berlin Mit: Hassan Akkouch, Lial Akkouch, Maradona Akkouch Länge: 96 Min. Web: www.neukoelln-unlimited.de
Das Thema Migration rückt in einen frischen pulsierenden Fokus. Drei libanesische Geschwister aus Berlin-Neukölln versuchen die Abschiebung ihrer Großfamilie zu verhindern. Ihre grenzenlose Energie setzt einen starken Akzent gegen das negative Medien-Image des „Problemkiezes“. Das mitreißend inszenierte und bewegende Familienporträt gewann auf der Berlinale den Gläsernen Bären in der Sektion Generation 14plus!
PRESSESTIMMEN Sehenswert! Tip Berlin
FILMKRITIK Sie tanzen sich die Seele aus dem Leib, sie singen, streiten und verfolgen unbeirrbar ihre Ziele: Lial Akkouch ist 19 Jahre alt, singt in der Frauenband „No Ibn“ („Keine Söhne ) und macht eine Ausbildung zur Eventmanagerin bei einem Boxkampf-Veranstalter. Ihr 18jähriger Bruder Hassan lernt für das Abitur, übt als Rapper unter dem Künsternamen „HasS“ Sozialkritik und tourt mit seiner Streetdance-Gruppe durchs Land. Der 14jährige Bruder Maradona sammelt Schulverweise und trainiert täglich Breakdance. Bei seinen Läufen quer durch Berlin trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift „I‘m Muslim, don‘t panik“. Er demonstriert gegen die Besetzung des Libanon, trat bereits für die TV-Show „Das Supertalent“ an und soll es später zum Breakdance-Vizemeister in Deutschland bringen - unter halsbrecherischem Ganzkörpereinsatz.
Unbeirrbar sind die Geschwister auch darin, verlängerte Aufenthaltsgenehmigungen für ihre Mutter und weitere zwei Geschwister zu beantragen. Dazu müssen sie finanziell unabhängig sein. Viele Gänge zur Ausländerbehörde und zur Härtefallkommission stehen an. „Ihr seid nicht in der Lage, eure Mutter und deren Kinder zu finanzieren“, erfahren sie dort. Die junge Mutter schaltet sich kaum ein. Vom Vater ist nur zu erfahren, dass er sich vor Jahren von seiner Frau trennte. Die Familie ist hier seit 17 Jahren nur geduldet. 2003 wurden sie für 6 Wochen in den Libanon abgeschoben. Für Hassan war das ein fremdes Land. „Meine Heimat ist nicht der Islam, sondern der Ort, wo und wie man aufwächst.“ Nach der Abschiebung habe die Schwester unter Bulimie, die Mutter unter epileptischen Anfällen, der kleine Bruder unter ADS gelitten. Das traumatische Erlebnis wird in animierten Sequenzen nacherzählt.
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Letzte Aktualisierung ( 02.09.2010 )
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05.08.2010 |
Mexiko, USA 2009 Regie: Cary Joji Fukunaga Darsteller: Paulina Gaitan, Édgar Flores, Kristian Ferrer, Tenoch Huerta, Diana Garcia, Luis Fernando Peña Laufzeit: 96 Minuten Web: www.sinnombre-derfilm.com
Casper ist Gangmitglied der Mara Salvatrucha. Doch schlägt sein Herz nicht allein mehr für die Gang. Ein Mädchen genießt seine Aufmerksamkeit. Eine Liaison mit ungeahnten Folgen. Und so begegnet Casper im weiteren Verlauf der Geschichte Sayra, die ihrerseits auf der Flucht ist in ein besseres Leben. Ein gelungener Genre-Mix und das eindrucksvolle Regiedebüt von Cary Joji Fukunaga - ein Name, den man sich merken sollte.
PRESSESTIMMEN Fukunaga kombiniert Thriller, Liebesgeschichte und halbdokumentarisches Flüchtlingsdrama zu einem kleinen Meisterwerk. DER SPIEGEL
Schnell, packend, bewegend, tolle Kameraarbeit. Nahezu perfekt. KulturSPIEGEL
AUSZEICHNUNGEN - Regiepreis Sundance Filmfestival - Skillset New Directors Award beim Edinburgh Filmfestival - Preis der Jury in Deauville
FILMKRITIK Die Mara Salvatrucha ist nicht irgendeine Gang. Mit ihren geschätzten 100.000 Mitgliedern - vor allem in Zentralamerika - ist sie die größte und gefährlichste Gang der Welt. Wer sich als vollwertiges Mitglied bezeichnen will, muss zunächst eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Der erste Teil besteht darin, sich von seinen Bandenkumpels 13 Sekunden lang grün und blau schlagen zu lassen. Der zweite Teil ist nichts Geringeres als der Mord an einem Feind. Danach gehören Leib und Seele der Mara. Fortan ist sie Rückhalt und Sicherheit in einem wirtschaftlich zerrütteten System. Fortan ist sie aber auch die Einbahnstraße des Lebens. Und wer nicht seine ungeteilte Aufmerksamkeit in den Dienst der Sache stellt und mit ganzem Herzen bei der Gang ist, der begibt sich in große Gefahr. Dies soll auch Willy - genannt El Casper - auf bitterste Art und Weise erfahren.
Kein Gangmitglied hätte je erfahren dürfen, dass Caspers Herz nicht allein mehr für die Mara schlägt. Ihr Name ist Martha Marlene und sie ist der Grund warum er in letzter Zeit seine Aufgaben vernachlässigt. Nur so konnte es passieren, dass ein Feind im eigenen Ganggebiet gefangen genommen wurde. Doch nicht Casper hatte den Todgeweihten gefunden, denn er verbrachte seine Zeit stattdessen mit seiner Auserwählten. Nichts ahnend hatte die sich zwischen ihn und seine Gang gedrängt. Ein folgenschwerer Fehler, der Casper regelrecht aus der Bahn werfen wird. Verdammt in alle Ewigkeit scheint sein Schicksal nunmehr besiegelt. Doch sein weiterer Weg soll erneut durch ein wunderschönes Mädchen gekreuzt werden. Sayra ist mit ihrem Vater und ihrem Onkel auf der Flucht in ein besseres Leben. Auf ihrer illegalen Reise trifft sie auf den kriminellen Aussätzigen. Eine Begegnung, die beider Leben für immer verändern wird.
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Letzte Aktualisierung ( 19.08.2010 )
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Die Beschissenheit der Dinge |
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09.07.2010 |
OT: De helaasheid der dingen Belgien 2009, 108 Minuten Regie: Felix Van Groeningen Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentjin Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendricksx, Johan Heldenbergh, Bert Haelvoet, Gilda De Bal Web: www.camino-film.com Der junge Gunther Strobbe kann einem leid tun, wie er seine Jugendjahre da unter einem Dach mit seinem Vater und dessen trinkfreudigen Brüdern verbringt. Die Angst, so zu werden wie seine Verwandtschaft, beschäftigt Gunther auch als jungen Erwachsenen. Droht ihm ein ähnliches Schicksal? So düster die Vergangenheit, so schonungslos der Blick auf diesen sozialen Mikrokosmos – das Leben bei den Strobbes ist hart, herzlich und hochenergetisch, und immer wieder auch von herrlich komischen Momenten durchzogen.
FILMKRITIK Ob die Strobbes so heißen, weil sie gerne gar arg verstrubbelt auf den Plan treten? Doch nicht nur das: so viel Vokuhila wie hier hat man lange nicht mehr in einem Film gesehen. Es sind die 80er Jahre in einem kleinen Provinznest in Belgien und das Leben für den 13-jährigen Gunther Strobbe (Kenneth Vanbaeden) insofern aufregend, als sein Vater und seine diversen Onkel stets Unsinn im Kopf haben, während die liebenswürdige Großmutter aufopferungsvoll den Haushalt schmeißt. Komasaufen jedenfalls steht bei den Strobbes auf der Tagesordnung, der Gedanke an Weltrekordversuche im Dauerbiertrinken ist nicht weit. Ein im Film stattfindendes Nacktfahrradrennen reinszenierte das Team vergangenes Jahr während des Cannes-Festivals kurzerhand auch an der Croisette.
Mit den Verhältnissen bei den Strobbes muss man auch als Außenstehender erst einmal klar kommen. Wüst geht es zu, stumpf, obszön. Von seiner Mutter weiß Gunther nicht viel, außer, dass sie eine Hure gewesen sein soll. Sagt jedenfalls sein Vater. 20 Jahre später hat Gunther (jetzt gespielt von Valentjin Dhaenens) große Zweifel, ob er als werdender Vater nicht ebenso versagen wird und auf ihn - den erfolglosen Schriftsteller mit Nebenjobs als Pizzabote und Minibarverkäufer in Zügen - nicht auch ein Schicksal im Alkoholdunst schäbiger Dorfkneipen wartet, wo man dann vielleicht im Suff mit Billardqueues auf Dartscheiben zielt. Die Vergangenheit droht Gunther einzuholen, auch wenn der Vater längst an seiner Alkoholsucht gestorben ist und die Großmutter ohne Erinnerungen auf ihr Ende im Altersheim auf ihr Ende wartet.
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Letzte Aktualisierung ( 05.08.2010 )
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09.07.2010 |
(GB/USA 2010, 117 Min.) Regie: Matthew Vaughn Darsteller: Aaron Johnson, Garrett M. Brown, Nicolas Cage u.a.
TRAILER & LINKS http://www.film-zeit.de/Film/21326/KICKASS/Trailer/ http://www.imdb.com/title/tt1250777/ http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/teenager-im-blutrausch/1805664.html
KRITIK Es macht wahnsinnig Spaß mit anzusehen, wie Matthew Vaughn mit jeder Erwartung des Zuschauers bricht und dem Superhelden Genre tatsächlich etwas neuartiges abgewinnt, indem er seine kleine Coming-Of-Age Stilblüte sehr sauber in die heutige YouTube Generation einarbeitet. Hier sind es im wahrsten Sinne des Wortes Antihelden, die sich durch Dreck und Blut kriechen um sich - erst am Ende - den Heldentitel auch verdient zu haben. Am ehesten lässt sich KICK ASS noch mit einer Mischung aus WANTED und SUPERBAD beschreiben. Sicher stellenweise ein wenig "too much", aber im Grunde genommen sind es die leisen Töne in diesem brutalen, hyper-ästetischen Getöse, die KICK ASS so liebens- und sehenswert machen.
Mr. Vengeance, moviepilot.de
KICK-ASS wirkt wie das Missing Link zwischen Pixars Animationsspaß DIE UNGLAUBLICHEN - THE INCREDIBLES und der bitterbösen Erwachsenencomicadaption WATCHMEN - DIE WÄCHTER von Zack Snyder. Mühelos wechselt der Film von drolliger Teeniekomödie zu gewalttätigem Actionkino. Lediglich der erste Sex wird, wie in den prüden amerikanischen Superheldencomics üblich, nur angedeutet. Die genretypisch zu Karikaturen zugespitzten Protagonisten des Films entwickeln sich schnell zu echten Charakteren, in denen man sich nicht nur als eingefleischter Comicfan wiederfinden kann.
Jörg Buttgereit, epd Film |
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