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Programm
Neukölln Unlimited Drucken E-Mail
ImageDeutschland 2010
Regie: Agostino Imondi, Dietmar Ratsch
Buch: Agostino Imondi
Musik: Tonbüro Berlin
Mit: Hassan Akkouch, Lial Akkouch, Maradona Akkouch
Länge: 96 Min.
Web: www.neukoelln-unlimited.de

Das Thema Migration rückt in einen frischen pulsierenden Fokus. Drei libanesische Geschwister aus Berlin-Neukölln versuchen die Abschiebung ihrer Großfamilie zu verhindern. Ihre grenzenlose Energie setzt einen starken Akzent gegen das negative Medien-Image des „Problemkiezes“. Das mitreißend inszenierte und bewegende Familienporträt gewann auf der Berlinale den Gläsernen Bären in der Sektion Generation 14plus!

PRESSESTIMMEN


Sehenswert!
Tip Berlin

FILMKRITIK


Sie tanzen sich die Seele aus dem Leib, sie singen, streiten und verfolgen unbeirrbar ihre Ziele: Lial Akkouch ist 19 Jahre alt, singt in der Frauenband „No Ibn“ („Keine Söhne ) und macht eine Ausbildung zur Eventmanagerin bei einem Boxkampf-Veranstalter. Ihr 18jähriger Bruder Hassan lernt für das Abitur, übt als Rapper unter dem Künsternamen „HasS“ Sozialkritik und tourt mit seiner Streetdance-Gruppe durchs Land. Der 14jährige Bruder Maradona sammelt Schulverweise und trainiert täglich Breakdance. Bei seinen Läufen quer durch Berlin trägt er ein T-Shirt mit der Aufschrift „I‘m Muslim, don‘t panik“. Er demonstriert gegen die Besetzung des Libanon, trat bereits für die TV-Show „Das Supertalent“ an und soll es später zum Breakdance-Vizemeister in Deutschland bringen - unter halsbrecherischem Ganzkörpereinsatz.

Unbeirrbar sind die Geschwister auch darin, verlängerte Aufenthaltsgenehmigungen für ihre Mutter und weitere zwei Geschwister zu beantragen. Dazu müssen sie finanziell unabhängig sein. Viele Gänge zur Ausländerbehörde und zur Härtefallkommission stehen an. „Ihr seid nicht in der Lage, eure Mutter und deren Kinder zu finanzieren“, erfahren sie dort. Die junge Mutter schaltet sich kaum ein. Vom Vater ist nur zu erfahren, dass er sich vor Jahren von seiner Frau trennte. Die Familie ist hier seit 17 Jahren nur geduldet. 2003 wurden sie für 6 Wochen in den Libanon abgeschoben. Für Hassan war das ein fremdes Land. „Meine Heimat ist nicht der Islam, sondern der Ort, wo und wie man aufwächst.“ Nach der Abschiebung habe die Schwester unter Bulimie, die Mutter unter epileptischen Anfällen, der kleine Bruder unter ADS gelitten. Das traumatische Erlebnis wird in animierten Sequenzen nacherzählt.

Letzte Aktualisierung ( 02.09.2010 )
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Sin Nombre Drucken E-Mail
ImageMexiko, USA 2009
Regie: Cary Joji Fukunaga
Darsteller: Paulina Gaitan, Édgar Flores, Kristian Ferrer, Tenoch Huerta, Diana Garcia, Luis Fernando Peña
Laufzeit: 96 Minuten
Web: www.sinnombre-derfilm.com

Casper ist Gangmitglied der Mara Salvatrucha. Doch schlägt sein Herz nicht allein mehr für die Gang. Ein Mädchen genießt seine Aufmerksamkeit. Eine Liaison mit ungeahnten Folgen. Und so begegnet Casper im weiteren Verlauf der Geschichte Sayra, die ihrerseits auf der Flucht ist in ein besseres Leben. Ein gelungener Genre-Mix und das eindrucksvolle Regiedebüt von Cary Joji Fukunaga - ein Name, den man sich merken sollte.
 

PRESSESTIMMEN


Fukunaga kombiniert Thriller, Liebesgeschichte und halbdokumentarisches Flüchtlingsdrama zu einem kleinen Meisterwerk.
DER SPIEGEL

Schnell, packend, bewegend, tolle Kameraarbeit. Nahezu perfekt.
KulturSPIEGEL

AUSZEICHNUNGEN


- Regiepreis Sundance Filmfestival
- Skillset New Directors Award beim Edinburgh Filmfestival
- Preis der Jury in Deauville


FILMKRITIK


Die Mara Salvatrucha ist nicht irgendeine Gang. Mit ihren geschätzten 100.000 Mitgliedern - vor allem in Zentralamerika - ist sie die größte und gefährlichste Gang der Welt. Wer sich als vollwertiges Mitglied bezeichnen will, muss zunächst eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Der erste Teil besteht darin, sich von seinen Bandenkumpels 13 Sekunden lang grün und blau schlagen zu lassen. Der zweite Teil ist nichts Geringeres als der Mord an einem Feind. Danach gehören Leib und Seele der Mara. Fortan ist sie Rückhalt und Sicherheit in einem wirtschaftlich zerrütteten System. Fortan ist sie aber auch die Einbahnstraße des Lebens. Und wer nicht seine ungeteilte Aufmerksamkeit in den Dienst der Sache stellt und mit ganzem Herzen bei der Gang ist, der begibt sich in große Gefahr. Dies soll auch Willy - genannt El Casper - auf bitterste Art und Weise erfahren.

Kein Gangmitglied hätte je erfahren dürfen, dass Caspers Herz nicht allein mehr für die Mara schlägt. Ihr Name ist Martha Marlene und sie ist der Grund warum er in letzter Zeit seine Aufgaben vernachlässigt. Nur so konnte es passieren, dass ein Feind im eigenen Ganggebiet gefangen genommen wurde. Doch nicht Casper hatte den Todgeweihten gefunden, denn er verbrachte seine Zeit stattdessen mit seiner Auserwählten. Nichts ahnend hatte die sich zwischen ihn und seine Gang gedrängt. Ein folgenschwerer Fehler, der Casper regelrecht aus der Bahn werfen wird. Verdammt in alle Ewigkeit scheint sein Schicksal nunmehr besiegelt. Doch sein weiterer Weg soll erneut durch ein wunderschönes Mädchen gekreuzt werden. Sayra ist mit ihrem Vater und ihrem Onkel auf der Flucht in ein besseres Leben. Auf ihrer illegalen Reise trifft sie auf den kriminellen Aussätzigen. Eine Begegnung, die beider Leben für immer verändern wird.

Letzte Aktualisierung ( 19.08.2010 )
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Die Beschissenheit der Dinge Drucken E-Mail
ImageOT: De helaasheid der dingen
Belgien 2009, 108 Minuten
Regie: Felix Van Groeningen
Darsteller: Kenneth Vanbaeden, Valentjin Dhaenens, Koen De Graeve, Wouter Hendricksx, Johan Heldenbergh, Bert Haelvoet, Gilda De Bal
Web: www.camino-film.com
 
Der junge Gunther Strobbe kann einem leid tun, wie er seine Jugendjahre da unter einem Dach mit seinem Vater und dessen trinkfreudigen Brüdern verbringt. Die Angst, so zu werden wie seine Verwandtschaft, beschäftigt Gunther auch als jungen Erwachsenen. Droht ihm ein ähnliches Schicksal? So düster die Vergangenheit, so schonungslos der Blick auf diesen sozialen Mikrokosmos – das Leben bei den Strobbes ist hart, herzlich und hochenergetisch, und immer wieder auch von herrlich komischen Momenten durchzogen.

FILMKRITIK


Ob die Strobbes so heißen, weil sie gerne gar arg verstrubbelt auf den Plan treten? Doch nicht nur das: so viel Vokuhila wie hier hat man lange nicht mehr in einem Film gesehen. Es sind die 80er Jahre in einem kleinen Provinznest in Belgien und das Leben für den 13-jährigen Gunther Strobbe (Kenneth Vanbaeden) insofern aufregend, als sein Vater und seine diversen Onkel stets Unsinn im Kopf haben, während die liebenswürdige Großmutter aufopferungsvoll den Haushalt schmeißt. Komasaufen jedenfalls steht bei den Strobbes auf der Tagesordnung, der Gedanke an Weltrekordversuche im Dauerbiertrinken ist nicht weit. Ein im Film stattfindendes Nacktfahrradrennen reinszenierte das Team vergangenes Jahr während des Cannes-Festivals kurzerhand auch an der Croisette.

Mit den Verhältnissen bei den Strobbes muss man auch als Außenstehender erst einmal klar kommen. Wüst geht es zu, stumpf, obszön. Von seiner Mutter weiß Gunther nicht viel, außer, dass sie eine Hure gewesen sein soll. Sagt jedenfalls sein Vater. 20 Jahre später hat Gunther (jetzt gespielt von Valentjin Dhaenens) große Zweifel, ob er als werdender Vater nicht ebenso versagen wird und auf ihn - den erfolglosen Schriftsteller mit Nebenjobs als Pizzabote und Minibarverkäufer in Zügen - nicht auch ein Schicksal im Alkoholdunst schäbiger Dorfkneipen wartet, wo man dann vielleicht im Suff mit Billardqueues auf Dartscheiben zielt. Die Vergangenheit droht Gunther einzuholen, auch wenn der Vater längst an seiner Alkoholsucht gestorben ist und die Großmutter ohne Erinnerungen auf ihr Ende im Altersheim auf ihr Ende wartet.

Letzte Aktualisierung ( 05.08.2010 )
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KICK-ASS Drucken E-Mail
Image(GB/USA 2010, 117 Min.)
Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Aaron Johnson, Garrett M. Brown, Nicolas Cage u.a.

TRAILER & LINKS


http://www.film-zeit.de/Film/21326/KICKASS/Trailer/
http://www.imdb.com/title/tt1250777/
http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics/teenager-im-blutrausch/1805664.html


KRITIK


Es macht wahnsinnig Spaß mit anzusehen, wie Matthew Vaughn mit jeder Erwartung des Zuschauers bricht und dem Superhelden Genre tatsächlich etwas neuartiges abgewinnt, indem er seine kleine Coming-Of-Age Stilblüte sehr sauber in die heutige YouTube Generation einarbeitet. Hier sind es im wahrsten Sinne des Wortes Antihelden, die sich durch Dreck und Blut kriechen um sich - erst am Ende - den Heldentitel auch verdient zu haben. Am ehesten lässt sich KICK ASS noch mit einer Mischung aus WANTED und SUPERBAD beschreiben. Sicher stellenweise ein wenig "too much", aber im Grunde genommen sind es die leisen Töne in diesem brutalen, hyper-ästetischen Getöse, die KICK ASS so liebens- und sehenswert machen.

Mr. Vengeance, moviepilot.de



KICK-ASS wirkt wie das Missing Link zwischen Pixars Animationsspaß DIE UNGLAUBLICHEN - THE INCREDIBLES und der bitterbösen Erwachsenen­comicadaption WATCHMEN - DIE WÄCHTER von Zack Snyder. Mühelos wechselt der Film von drolliger Teenie­komödie zu gewalttätigem Actionkino. Lediglich der erste Sex wird, wie in den prüden amerikanischen Super­heldencomics ­üblich, nur angedeutet. Die genretypisch zu Karikaturen zugespitzten Protagonisten des Films entwickeln sich schnell zu echten Charakteren, in denen man sich nicht nur als eingefleischter Comicfan wiederfinden kann.

Jörg Buttgereit, epd Film
Letzte Aktualisierung ( 01.08.2010 )
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Nothing Personal Drucken E-Mail
ImageIrland/Niederlande 2009
Regie: Urszula Antoniak
Darsteller: Lotte Verbeek, Stephen Rea, Tom Charlfa, Fintan Halpenny, Ann Marie Horan, Sean McRonnel
Laufzeit: 85 Minuten
Web: www.mfa-film.de

Die junge Holländerin Anne lässt ihr altes Leben hinter sich und reist nach Irland. Dort trifft sie auf den Eigenbrötler Martin, mit dem sie sich auf eine Zweckgemeinschaft einlässt. Das Spielfilmdebüt von Urszula Antoniak ist eine Studie über die Kunst des Alleinseins. Die eher dünne Geschichte wird aber vor allem durch die Beziehung zwischen den beiden Figuren getragen. 

FILMKRITIK


Ein letzter Blick fällt auf all die Dinge, die Teil eines vergangenen Lebens sind. Die junge Holländerin Anne (Lotte Verbeek) sitzt am Fenster ihrer leeren Wohnung und schaut auf die Straße, vor der ihr Hab und Gut aufgetürmt darauf wartet, von neuen Besitzern in Empfang genommen zu werden. Sie streift ihren Ring als letztes Symbol der Befreiung ab und lässt ihr altes Leben damit endgültig hinter sich. Warum sie das alles tut bleibt ungewiss. Vielleicht hat sie ein Schicksalsschlag ereilt oder eine enttäuschte Liebe aus der Bahn geworfen. Was ihr bleibt ist ein Rucksack, der mit den elementarsten Gegenständen gefüllt ist, die sie für ihren weiteren Weg benötigt. Und so reist sie mit Zelt und Rucksack beladen nach Irland, um ein neues Leben zu beginnen.

In völliger Einsamkeit wandert Anne durch ihre neue Umgebung. Die Nähe zu Menschen ist ihr verhasst und so versucht sie möglichst darauf zu verzichten, sich per Anhalter mitnehmen zu lassen. Die raue und wunderschöne Natur ist ihr ständiger Begleiter. Sie schläft am Strand oder auf einer Wiese, ernährt sich auch schon mal aus einer Mülltonne und lässt sich treiben. Doch das Schicksal nimmt sich bald ihrer an und lässt sie auf einen Menschen treffen, der wenigstens genauso eigenwillig ist wie sie selbst. Ein Eigenbrötler namens Martin, der allein auf einem abgeschiedenen Hof lebt und in Anne eine durchaus willkommene Gesellschaft sieht. Er bietet ihr Verpflegung an und fordert dafür ihre Unterstützung bei der Gartenarbeit. Der Beginn einer Zweckgemeinschaft, die keinen persönlichen Kontakt und auch kein gegenseitiges Hinterfragen zulässt. Und doch ist es auch der Beginn einer Beziehung zwischen zwei Menschen, deren Ausgang noch völlig offen ist.

Letzte Aktualisierung ( 09.07.2010 )
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