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Die Liebe und Viktor Drucken E-Mail

ImageBerlin 2009, 93 Min.
R: Patrick Banush
D: Hendrik von Bültzingslöwen, Stephanie Stremler, Rolf Zacher, Samuel Finzi 

 

INHALT

Was soll man nur tun, wenn man latent depressiv ist, die Exfreundin Rohrentstopferfilme dreht und man eigentlich nichts zu tun hat? Genau, man schwört der Liebe ab, und nervt seine Mitmenschen, sie mögen doch dasselbe tun. Das ist zumindest die Logik des prenzelzotteligen Antihelden Viktor. Hoch zu Klapprad kämpft der Nicht-Liebesritter auf Don Quichottes Spuren dies und jenseits des Gleimtunnels. Bis ihm der echte Quichotte in Gestalt von Rolf Zacher erscheint. Doch der stammt gar nicht aus La Mancha, sondern aus Treuenbrietzen... Herrlich skurrile Lowestbudgetkomödie.

 

PRESSESTIMMEN

"...ein großer Berlin-Film (...) rührend, lakonisch, unglaublich witzig."
Tagesspiegel

" ...Very-Low-Budget-Komödie voll herrlicher Absurditäten..."
"...angenehm entrücktes Spielfilmdebut..."
TIP Berlin

"... Independent-Film-Perle..."
moviepilot.de

"...kleiner Kiezhit..."
taz

"...mit einem wundervoll durchgedrehten Rolf Zacher"
Bettina Rust, Radio Eins

"Unter Zuhilfenahme von alkoholischen Getränken kann der Film richtig viel Spaß machen."
Kino-Zeit.de

 

LINKS

http://www.liebeundviktor.de
http://www.youtube.com/user/DieLiebeundViktor#p/f
http://www.facebook.com/group.php?gid=173174067086

 

Letzte Aktualisierung ( 25.05.2010 )
 
Schwerkraft Drucken E-Mail
ImageDeutschland 2009
Regie und Buch: Maximilian Erlenwein
Darsteller: Fabian Hinrichs, Jürgen Vogel, Nora von Waldstätten, Jule Böwe, Eleonore Weisgerber, Jeroen Willems, Thorsten Merten
Länge: 95 Minuten
Web: www.schwerkraft-derfilm.de


Der Gewinner des diesjährigen Max-Ophüls-Preises: In Maximilian Erlenwein Kinodebüt erkennt ein Bankangestellter, dass zu viel Ordnung seinem Leben nur schaden kann. Fortan übt er sich im Ausprobieren radikaler Grenzerfahrungen und krimineller Handlungen – welche ihm den Weg zu seiner alten Jugendliebe weisen. Ein mitreißender und vergnüglicher Film, der auch ein kleines Statement zur Finanzkrise ist.
 

PRESSESTIMMEN


Stilsicher inszeniert, hat Tempo, pointierten Witz und mit Fabian Hinrichs und Jürgen Vogel ein famos harmonisierendes Haupdarsteller-Duo. Respekt.
Stern


FILMKRITIK


Es kommt der Moment im Leben, wo man sein tägliches Handeln und Tun im Berufsalltag nicht nur anzweifelt, sondern auch kritisch hinterfragt. Und manchmal bedarf es dafür einschneidender Erlebnisse. Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) hat so ein Erlebnis gerade hinter sich. Sogar eines von der heftigsten Sorte. Als der Bankangestellte einem Kunden keinen weiteren Kredit gewähren will, jagt der sich vor seinen Augen eine Kugel in den Kopf. Ein radikaleres Statement zur aktuellen Finanzkrise hätte sich Regisseur und Autor Maximilian Erlenwein nicht ausdenken können. Und so ist auch für den jungen und aufstrebenden Yuppie Feinermann die Sachlage eindeutig: Lieber schnell den öden Lebensentwurf ändern, bevor man ihm (oder er sich selbst) eine Pistole an den Kopf hält.

Maximilian Erlenweins Film handelt nicht von der Schwerkraft, die den rational denkenden Großstadtbürger auf dem Boden der Vernunft hält, sondern auch von dem Gefühl der Leichtigkeit, mit dem man aus den Regeln des Alltags entfliehen kann. Frederik Feinermann findet nämlich plötzlich großen Gefallen daran, zum ersten Mal in seinem Leben Regeln und Gesetze zu brechen. Gemeinsam mit dem alten Schulfreund und erprobten Kleinganoven Vince (Jürgen Vogel) bricht der junge Mann bei seinem Chef ein, klaut im Supermarkt oder überfällt Skinheads mit einer Baseballkeule. Ob das nun aus schierer Lust passiert oder zur Trauma-Bewältigung gedacht ist, möchte der Film nicht beantworten. Viel eher dient es einem zutiefst romantischem Motiv: Die neuerlichen Adrenalinkicks geben Feinermann endlich den Mut, seine alte Jugendliebe Nadine (Nora von Waldstätten) wieder zu kontaktieren.

Letzte Aktualisierung ( 01.06.2010 )
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A Serious Man Drucken E-Mail
ImageNach Killergroteske („No Country for Old Men“) und Spionagesatire („Burn After Reading“) gelingt den verspielt coolen Coen-Brüdern ein erneuter Coup, der für Oscar-Segen sorgen dürfte. Statt wie sonst auf Stars setzt das kreative Duo diesmal auf unverbrauchte Nobodys und erlaubt sich den Luxus, das Publikum zur Eröffnung mit einer verrückten Folklore-Episode der absurden Art zu verwirren. Amüsant geht es weiter, tragisch komisch versteht sich. Ein vergnüglich böses Melodram über Moral und (jüdische) Religion - und über die unglaubliche Ungerechtigkeit des Seins. Ein Feel-Bad-Movie zum Totlachen.

USA 2009
Regie und Buch: Joel & Ethan Coen
Darsteller: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolff, Jessica McManus, Michael Tezla, Alan Mandell, George Wyner, Peter Breitmayer, Brent Braunschweig, David Kang, Benjy Portnoe
Länge: 105 Minuten
Web: www.seriousman.de
 

PRESSESTIMMEN


Absurdes, intelligentes Kino für Erwachsene.
KulturSPIEGEL


FILMKRITIK


Physikprofessor Larry Gopnik (großartig Michael Stuhlbarg) ist ein Pechvogel wie aus dem Woody Allen-Universum. Seine Frau will aus heiterem Himmel die Scheidung und ausgerechnet den penetrant verständnisvollen Freund der Familie ehelichen. Der nervtötende Bruder quartiert sich im trauten Heim ihm ein und bringt neben schlechter Laune alsbald die Polizei ins Haus. Ein versetzungsgefährdeter Student will karrierebewusst mit etwas Bestechungsgeld seine Noten aufbessern, worauf alsbald anonyme Briefe die Karriere des ehrenwerten Professors bedrohen. Zu allem Übel bestiehlt ihn seine pubertierende Tochter, um ihre Nasenkorrektur zu finanzieren, derweil der Sohn lieber zu Marihuana als den Schulheften greift. Fast folgerichtig, dass die medizinische Routineuntersuchung des überzeugten Hypochonders diesmal etwas dramatischer ausfallen wird – wenngleich ihn sein rauchender (!) Arzt im Sprechzimmer zunächst beruhigt. Was tun? Als gläubiger Jude fragt der verzweifelte Larry einen Rabbi – und noch einen und noch einen. Aber alle guten Ratschläge bleiben jedoch reichlich rätselhaft und klingen so hilfreich wie Kalendersprüche. Mit beißendem Spott und genüsslicher Schadenfreude schaukeln die Coens ihr gebeuteltes Stehaufmännchen immer tiefer in seine (Sinn-)Krise. Das tun sie diesmal freilich mit ein bisschen mehr Mitgefühl als üblich, schließlich ist diese Geschichte aus dem Mittleren Westen der 60er Jahre autobiografisch angehaucht: So persönlich ging es bei den Coens noch nie zu.

Das Füllhorn grotesker Einfälle wird mit umwerfender Situationskomik der angenehm unaufdringlichen Art umgesetzt: Ob der arme Larry sich einen bösen Sonnenbrand holt als er fassungslos die lüsterne Nachbarin beim textilfreien Sonnenbad beobachtet. Ob sein bekiffter Sohn sich bei der feierlichen Bar Mitzwa nur mit Mühe auf den Füßen halten kann. Oder ob auf der Rückseite von Zähnen auf wundersame Weise hebräische Buchstaben auftauchen. Da wundert nur wenig, dass der ehrwürdige Rabbi zum Fan von „Jefferson Airplane“ konvertiert und bedeutungsvoll deren „Somebody to Love“-Zeilen zitiert: „When the truth is found to be lies/And all the joy within you dies“- zugleich das Motto dieses seriös amüsanten Films.

Neben haarsträubenden Pointen mit messerscharf geschliffene Dialoge und den umwerfenden Akteuren überzeugen einmal mehr die virtuos komponierten Bilder von Kameramann Roger Deakins, der schon lange das visuelle Konzept der Coens umsetzt. Zum guten Schluss der schwarzen Komödie folgt schließlich ein famoses Finale, das wohl zu einem der großartigsten der Filmgeschichte gehört. Wenn es für soviel intelligent emotionale Unterhaltung keine Oscars gibt, wäre die Welt wohl wahrlich ein wenig ungerecht.

Dieter Oßwald

aus: programmkino.de

Letzte Aktualisierung ( 16.05.2010 )
 
18 Uhr: Soul Kitchen Drucken E-Mail
ImageSOUL KITCHEN ist ein Heimatfilm der neuen Art: Die Welt ist ein Restaurant, der Regisseur heißt Fatih Akin und vor der Kamera versammelt er ein "Best Of" aus seinen früheren Filmen - Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu und Birol Ünel. Es geht um Familie und Freunde, um Liebe, Vertrauen und Loyalität - und um einen Ort, den man als Heimat begreifen kann. Ausgezeichnet wurde der Film bereits mit dem Spezialpreis der Jury auf dem Filmfestival in Venedig 2009m mit dem Preis für das beste Drehbuch auf den Nordischen Filmtagen Lübeck und mit dem Art Cinema Award des Filmfests Hamburg 2009!

Deutschland 2009
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Adam Bousdoukos
Darsteller: Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Pheline Roggan, Anna Bederke, Dorka Gryllus, Lucas Gregorowicz, Wotan Wike Möhring, Udo Kier
99 Minuten
Digitale Projektion
Web: www.soul-kitchen-film.com

PRESSESTIMMEN


Gutes Essen, gute Musik, gutes Kino: Mit "Soul Kitchen" hat Fatih Akin einen wunderbar kantigen Film für die hungrige Großstadtseele gedreht. ...ein soulig-swingender, liebevoll dreckiger Gute-Laune-Heimatfilm für alle, die in ihrem Großstadtkiez wie in einem familiären Dorf leben.
Brigitte

Ein Film, der verdammt gute Laune macht. Und das Lebensgefühl einer Szene vermittelt, die es nur hier gibt. Ein Heimatfilm. Und ein Statement von Freunden. (...) Ich habe erlebt, was ich an einem schönen Kinoabend erleben möchte. Ich habe geweint, ich habe mitgefühlt, ich war traurig, ich habe viel gelacht. Also ein großartiger Film. Vielleicht der schönste und beste Film von Fatih Akin.
ARD Titel, Thesen Temperamente

SOUL KITCHEN ist schlichtweg großartig, ein total unprätentiöses Meisterwerk.
3 SAT kinokino

Fatih Akin inszeniert das alles als großes, buntes, swingendes Durcheinander voller Temperamentsausbrüche. Wie sein großer Berlinale-Sieger, das Drama „Gegen die Wand", berstet auch die Komödie SOUL KITCHEN vor Energie. In Zeiten der Krise ist das zunächst ermutigend: Akins Filme sagen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dem Leben, auch wenn es aus dem Ruder läuft.
Berliner Zeitung

Ein Heimatfilm der neuen Art. Es ist ein Kiezfilm geworden. (...) Sein Hamburger Wohlfühlfilm.
Tagesspiegel

SOUL KITCHEN ist eine ironische Hommage an Hamburg.
DIE WELT

Futter für die Seele. (...)  Der echte Herzensbrecher des Festival ist allerdings - der deutsche Wettbewerbsbeitrag. Fatih Akin ist ja sonst eher nicht von der leichten Muse geküsst, aber sein neuer Film SOUL KITCHEN ist so komisch-rührend, dass das Publikum in Venedig ganz aus dem Häuschen geriet. (...) Diesen komischen, sehr norddeutschen Katastrophenreigen hat Akin in seiner kracherten Art so gut inszeniert, dass es in Venedig sogar Szenenapplaus gab, was auch daran liegt, dass in dieser Seelenküche die Gags sehr auf den Punkt zubereitet werden.
Süddeutsche Zeitung

In seinem sechsten Spielfilm feiert Fatih Akin das Leben auf vertrauensvoll heitere Art. Nun hat dieser Regisseur also wieder was zu feiern; Akin scheint einfach alles zu können.
Berliner Zeitung


FILMKRITIK


Einen Heimatfilm nennt Fatih Akin seinen neuen Film, was in gewisser Weise stimmt, ist doch Hamburg die Heimat des Regisseurs und Schauplatz der meisten seiner Filme. „Soul Kitchen“ spielt größtenteils im gleichnamigen Restaurant im Hamburger Vorort Wilhelmsburg. Dort führt Besitzer Zinos (Co-Drehbuchautor Adam Bousdoukos), ein Deutschgrieche, einen eher uninspirierten Laden: Das Essen kommt aus der Tiefkühltruhe, die Bedienungen Lucia und Lutz sind wenig motiviert, aber immerhin die Musik ist gut. Erst als seine blonde, noble Freundin Nadine nach Shanghai zieht, kommt Bewegung in Zinos Leben. Durch eine Reihe abstruser Zufälle (Ein glaubwürdiges Drehbuch war noch nie Fatih Akins Stärke) verwandelt Zinos sein Restaurant innerhalb von ein paar Montagesequenzen in ein absolutes In-Lokal, was ein wenig wie eine Variante der beliebten Frensehshows anmutet, in denen ein heruntergekommenes Restaurant von einem unerbittlichen TV-Koch aufgepeppt wird. Vor allem der Koch Shayn (Birol Ünel) und Zinos Bruder Illias (Moritz Bleibtreu), der als Freigänger aus dem Knast kommt, sorgen für den erfolgreichen Neuanfang. Gleichzeitig hat auch der Immobilienhai Neumann (Wotan Wilke Möhring) ein Auge auf das Geschäft geworfen, das einer großen Investition im Wege steht. Einmal mehr beschwört Akin hier eine heile Welt, abseits von Globalisierung und Gentrifizierung, die ihn als den linken, engagierten Regisseur ausweisen soll, als der er oft wahrgenommen wird.

Schaut man allerdings etwas genauer auf Themen und Auflösungen seiner Filme, entsteht ein anderes Bild. Wie in fast allen Filmen, die Akin seit seinem Debüt „Kurz und Schmerzlos“ gedreht hat, geht es auch in „Soul Kitchen“ um Familie – im übertragenen Sinne einer Arbeitsfamilie, wie sie sich hier im Restaurant bildet, einer Familie aus engen Freunden, die durch Alkohol- und Drogengeschwängerte Nächte zusammenwachsen, vor allem aber der Familie im eigentlichen Wortsinn. Auch „Soul Kitchen“ ist um ein unterschiedlich gezeichnetes Bruderpaar konstruiert. Zinos, der überlegte, introvertierte, Illias, der leichtlebige, unzuverlässige. Doch bei allen Problemen und Differenzen bleiben sie stets Brüder, steht die Familie über allem, lassen sich Streitigkeiten jederzeit mit einer herzlichen Umarmung lösen, die Familie bleibt stets Hort der Sicherheit. Oft führt dies allerdings zu einer befremdlich anmutenden Heimeligkeit, die im starken Kontrast zur Aggressivität steht, die Akins Filme durchziehen. „Soul Kitchen“ hält sich hier zwar deutlich zurück, allein die Sprache und Gestik ist laut und aggressiv. Einmal mehr scheint es, dass Akin exzessives rumgebrülle mit Emotion verwechselt. Kaum eine ruhige Minute gibt es, kaum ein Moment des Innehalten: Es wird sich angeschrieen, gegrölt, emphatisch gestritten. Auf Dauer ist diese Eintönigkeit etwas enervierend, vor allem überschattet sie die interessanten Aspekte des Films: Die Atmosphäre, die Akin auch hier wieder überzeugend zeichnet, die sympathischen Schauspieler, etliche teils winzig kleine Gastautritte bekannter Hamburger Schauspieler, vor allem aber einen mitreißenden Soundtrack.

Michael Meyns

Letzte Aktualisierung ( 11.01.2011 )
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Up In The Air Drucken E-Mail
ImageDie brillante Tragikomödie „Up in the Air“ mit Superstar George Clooney in der Hauptrolle wurde bereits als heißer Oscar-Kandidat gehandelt. Tatsächlich reflektiert der treffsicher inszenierte Hollywood-Film über den bindungslosen Vielflieger und Meilenjunkie Bingham die Finanzkrise auf dem Hintergrund gesamtwirtschaftlichen und privaten Scheiterns, trotz allem Tiefgang, hochunterhaltsam. Bekannt für seine bissigen, gesellschaftsrelevanten Kommentare gelingt dem kanadischen Independent-Regisseur Jason Reitman ein intelligentes „Feel Better Movie“ für schlechte Zeiten.

USA 2009
Regie: Jason Reitman
Buch: Sheldon Turner
Kamera: Eric Steelberg
Darsteller: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Danny McBride, Melanie Lynskey, Amy Morton, Sam Elliott, Zach Galifianakis, J.K. Simmons
Länge: 110 Minuten
Web: www.up-in-the-air.de  

PRESSESTIMMEN

"Intelligente Unterhaltung für Erwachsene, spaßig und zeitkritisch."
KulturSPIEGEL

FILMKRITIK

Ryan Bingham (George Clooney), König der Bonusmeilen, kennt nur ein Ziel: der siebte Mensch zu werden, der als Frequent Flyer die sagenumwobene eine-Millionen-Meilen Schallmauer durchbricht. Dafür jettet der bindungslose Motivationstrainer durch die Staaten. Rastlos jagt der charmante Workoholic Meilen hinterher. Das Ganze im Auftrag seiner Firma. Denn der passionierte Luftikus ist der Mann fürs Grobe. Der vertrauenserweckende Geschäftsmann schreitet unverfroren zur Tat, wenn feige Firmenchefs ihre Angestellten nicht selbst kündigen wollen. In exklusiven Workshops erklärt er den Wegrationalisierten hinterher psychologisch geschickt die angeblich positive Seite ihrer sogenannten Freistellung.

Jeder Mensch trägt einen Rucksack durchs Leben. Je mehr Gegenstände wie Kleider, Fernseher, Häuser und Beziehungen sich in diesem Gepäckstück befinden, umso schwieriger können wir uns bewegen. Dieses Sinnbild verwendet der clevere Ray für seine Vorträge. „Du lebst“, warnt ihn dagegen seine ältere Schwester Kara (Amy Morton) am Telefon, „so fürchterlich isoliert“. Ray weiß es freilich besser. „Ich bin doch mittendrin“, verkündet ihr agiler Bruder während er wieder einmal in Hochstimmung ein Flughafengebäude verlässt.

Immerhin besitzt seine Vielfliegerei einen Vorteil. Er kann ihren Auftrag ausführen. Da seine jüngere Schwester Julie (Melanie Lynskey) bald ihren Verlobten Jim (Danny McBride) heiratet, wünscht sie sich von ihrem großen Bruder Fotos von sich und Jim vor diversen Touristenattraktionen. Grund: Für eine Hochzeitsreise reicht das Geld nicht. Widerwillig muss Ray jetzt eine zu grosse Pappversion von beiden in seinem Gepäck mit schleppen. Demonstrativ zelebriert der Mittvierziger trotzdem lässig seine Unabhängigkeit.

Doch als die junge ehrgeizige Harvad-Studentin Natalie Keener (Anna Kendrick) auftaucht und er sich gleichzeitig auf eine lockere Affäre mit der selbstbewußten Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga) einlässt, gerät sein einsamer Lebensentwurf samt Weltbild ins Wanken. Denn die ambitionierte Studienabgängerin Natalie überzeugt seinen Chef, dass es wesentlich effizienter ist Entlassungen übers Internet per Videokonferenz abzuwickeln. Ein Vorschlag, der ihn unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückbringen würde. Und Alex löst bei ihm Gefühle aus, die er sich kaum eingesteht.

Letzte Aktualisierung ( 15.04.2010 )
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