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Berlin Calling |
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Deutschland 2008 Regie: Hannes Stöhr Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, Araba Walton, Peter Schneider, RP Kahl, Henriette Müller, Maximilian Mauff, Udo Kroschwald 105 Minuten Webseite: www.berlin-calling.de
Er nennt sich DJ Ickarus und wie sein Namensgeber verbrennt auch er sich die Flügel gewaltig. Hannes Stöhr („One Day in Europe“, „Berlin is in Germany“) erzählt in seinem neuen Film aus dem rastlosen Leben eines Elektro-DJ’s, der aufgrund seines exzentrischen Lebensstils und den Folgen von Drogenkonsum in einer Nervenklinik landet. Bisweilen nimmt der Film die subjektive Wahrnehmungsebene seines Protagonisten ein, bleibt dann aber auch wieder sehr distanziert. Das Lebensgefühl der Generation Techno vermittelt „Berlin Calling“ aber dennoch.
PRESSESTIMMEN Pressestimmen auf film-zeit.de ...FILMKRITIK Er nennt sich DJ Ickarus und wie sein Namensgeber verbrennt auch er sich die Flügel gewaltig. Hannes Stöhr („One Day in Europe“, „Berlin is in Germany“) erzählt in seinem neuen Film aus dem rastlosen Leben eines Elektro-DJ’s, der aufgrund seines exzentrischen Lebensstils und den Folgen von Drogenkonsum in einer Nervenklinik landet. Bisweilen nimmt der Film die subjektive Wahrnehmungsebene seines Protagonisten ein, bleibt dann aber auch wieder sehr distanziert. Das Lebensgefühl der Generation Techno vermittelt „Berlin Calling“ aber dennoch.
Auch wer nicht unbedingt ein Fan von Technomusik und Raves ist, wird vom Sound von „Berlin Calling“ schnell in Bann gezogen. Regisseur Hannes Stöhr kommt in seiner Geschichte des erfolgreichen Elektrokomponisten DJ Ickarus, der kurz vor Fertigstellung eines neuen Albums steht und aufgrund falscher Drogen in einer Nervenklinik landet, sehr schnell auf so universelle Themen wie Kunst und Freiheit, Wahnsinn und Ekstase zu sprechen. Er zeichnet seinen Helden als einen Menschen, der abtaucht in seine eigene Welt und dem der Sinn für Realität verloren geht. Ein Absturz ist vorprogrammiert, beruflich wie privat, physisch wie psychisch.
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Letzte Aktualisierung ( 30.04.2009 )
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Vicky Cristina Barcelona (OmU) |
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Spanien/USA 2008 Regie und Buch: Woody Allen Darsteller: Scarlett Johansson (Cristina), Rebecca Hall (Vicky), Javier Bardem (José Antonio), Penélope Cruz (Maria), Patricia Clarkson (Judy) 96 Minuten, Farbe Web: www.concorde-film.de
Woody Allens Europa-Drehtour geht weiter: Nach drei London-Filmen hat es ihn für „Vicky Cristina Barcelona“ nun nach Spanien verschlagen. Mit einer aufregenden Besetzung erzählt er von den amourösen Verwicklungen zweier Barcelona-Touristinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall) mit einem spanischen Maler (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau (eine impulsiv charmante Naturgewalt: Penélope Cruz). Mit durchweg Postkarten-tauglichen, bis ins Klischee übertriebenen Mittelmeer-Impressionen wird der Film dabei zur leichtfüßig amüsanten Fantasie um die bekannten Fragen der Liebe, die so sommerlich perlend bei Allen nie sexier gestellt wurden.
FILMKRITIK Luftveränderungen tun Woody Allen offenbar gut. Entstanden bis vor einigen Jahren noch fast alle seine Filme in New York, verließ er 2005 den Big Apple, um in Europa zu drehen. Mit „Match Point“, damals sein erster Film in London und mit Scarlett Johansson, gelang ihm dort ein Volltreffer. Nach zwei weiteren, für seine Verhältnisse durchschnittlichen London-Produktionen hat der 72-jährige Regisseur für „Vicky Cristina Barcelona“ nun wieder einen Ortswechsel vorgenommen – und gibt damit seinem durchwachsenen Spätwerk abermals einen revitalisieren Impuls. In seinem ersten spanischen Projekt zeigt er diesmal im mediterranen Barcelona die amourösen Irrungen und Wirrungen der amerikanischen Touristinnen Cristina (Scarlett Johansson) und Vicky (Rebecca Hall) ein.
Die sind zwar beste Freundinnen, haben aber völlig gegensätzliche Vorstellungen, wenn es um die Liebe geht. Während die verlobte Vicky mit einem netten, aber soliden Amerikaner die Nummersicher bevorzugt, findet Cristina, dass zur wahren Liebe auch die ganz großen Gefühle, Leidenschaft und Schmerz gehören. Diese Vorstellungen der Mädchen werden schon kurz nach ihrer Ankunft in Barcelona auf die Probe gestellt, wenn sie in einem Restaurant José Antonio (Javier Bardem) begegnen. Der heißblutspanische Maler mit durchdringendem Blick schlägt ihnen Sekunden nach ihrer Bekanntschaft völlig direkt einen Dreier vor, bevor er zunächst Cristina um den Finger wickelt und ihm etwas später auch Vicky verfällt – große Gewissensbisse natürlich inklusive.
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Letzte Aktualisierung ( 09.04.2009 )
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O'Horten |
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Norwegen 2007 Regie: Bent Hamer Buch: Bent Hamer Darsteller: Bard Owe, Espen Skjonberg, Ghita Norby, Henny Moan, Bjorn Floberg, Kai Remlow, Per Jansen Länge: 106 Minuten, Format: 1:1,85 Web: pandorafilm.de
Nach einem kurzen Exil in Amerika, wo er die Bukowski-Verfilmung „Factotum“ drehte, kehrt Bent Hamer zurück in seine norwegische Heimat und dem Stil seines bislang erfolgreichsten Films „Kitchen Stories“. In perfekt komponierten, meist statischen Bildern beschreibt „O’Horten“, wie die Titelfigur, ein Lokomotivführer, mit dem Übergang vom Berufsleben zur Rente umgeht. Stilistisch erreicht Hamer dabei die Klasse seines offensichtlichen Vorbildes Aki Kaurismäki, bevorzugt jedoch einen deutlich weniger satirischen Blick auf die Welt als der Finne.
FILMKRITIK Odd Horten (Bard Owe) steht kurz vor der Pensionierung. 40 Jahre ist er Zugführer, 40 Jahre, in denen jede Handbewegung, jede Fahrt, ja, sein ganzes Leben, zur Routine geworden ist. Hortens Strecke führt ihn von Oslo nach Bergen, durch schneebedeckte Landschaften, die die Monotonie seiner Handlungen noch augenfälliger machen. In Bergen übernachtet er in der kleinen Pension der gleichaltrigen Fru Thogersen (Ghita Norby), die ihm offenbar seit Jahren das immergleich Abendbrot serviert, ein paar Takte sagt und Horten schweren Herzens allein lässt. Am Abend vor seiner letzten Fahrt nimmt Horten eher widerwillig an einer Feier zu seinen Ehren teil. Für seine Lebensleistung erhält er ein kleines, silbernes Modell einer Lokomotive und darf bizarr anmutende Eisenbahner-Grüße über sich ergehen lassen.
Mit feinem Humor zeigt Bent Hamer, der freimütig zugibt, als kleiner Junge selbst von einer Karriere als Lokomotivführer geträumt zu haben, die leicht autistisch wirkenden Eisenbahner. Zur Unterhaltung spielen diese sich Geräusche von Lokomotiven und Bahnhöfen vor, die besonders Horten sachkundig erkennt. Doch der Abend nimmt eine überraschende Wendung: Durch allerlei bizarre Umstände gerät Horten in das Schlafzimmer eines kleinen Jungen, der ihn partout nicht gehen lassen will. Und so passiert das Unvorstellbare: Horten, der Inbegriff der Zuverlässigkeit, verpasst seinen Zug - ausgerechnet seinen letzten.
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Letzte Aktualisierung ( 27.03.2009 )
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So finster die Nacht |
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OT: Låt den Råtte komma in Schweden 2008 Regie: Tomas Alfredson Drehbuch: John Ajvide Lindqvist Mit Kåre Hedebrant, Lina Leandersson, Per Ragnar, Henrik Dahl, Karin Bergquist, Peter Carlberg Laufzeit 114 Minuten Webseite: mfa-film.de
Mein Nachbar, der Vampir. Bereits auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest erntete der schwedische „So finster die Nacht“ begeisterte Publikumsreaktionen. Die Verfilmung eines Romans von John Ajvide Lindqvist vollzieht den Spagat zwischen zwei Genres, zwischen Vampir-Story und Coming-of-Age-Drama. Dabei nahm sich Regisseur Tomas Alfredson viel Zeit für seine jugendlichen Protagonisten, um deren Seelenleben und Befindlichkeiten sein Film vornehmlich kreist.
FILMKRITIK Der schwedische Winter verdient noch diese Bezeichnung. Im hohen Norden sind nicht nur die Nächte um diese Jahreszeit kalt und lang, auch tagsüber bleibt es zumeist frostig und trist. Der zwölfjährige Oskar (Kåre Hedebrant) ist in dieser Umgebung aufgewachsen. Als Scheidungskind lebt er zusammen mit seiner Mutter in einer trostlosen Mietsiedlung. Oskars Probleme unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Heranwachsender. Er fühlt sich oft unverstanden und alleine. Hinzu kommt, dass ihn Mitschüler fortlaufend schikanieren und verspotten. Nur zu gerne würde er einmal zurückschlagen, allerdings fehlte ihm dazu bislang immer der Mut.
Das ändert sich, als Eli (Lina Leandersson) in die Nachbarwohnung einzieht. Das blasse Mädchen lebt zurückgezogen. Nur nachts verlässt sie für kurze Zeit das Haus. Der Grund dafür klingt im ersten Moment reichlich abenteuerlich: Eli ist ein Vampir. Doch davon ahnt Oskar nichts. Er sucht vielmehr ihre Nähe, vermutlich auch deshalb, weil sie ihn als einzige wirklich versteht. Es scheint fast so, als ob sich in der tief verschneiten schwedischen Provinz zwei „Freaks“ gesucht und gefunden haben. Und während Eli und Oskar sich allmählich näher kommen, werden die Probleme um sie herum immer größer und unkontrollierbarer.
Die Idee, eine Vampir-Geschichte mit einer klassischen Coming-of-Age-Thematik zu kreuzen, ist wahrlich originell. Dabei liegt ein solcher Ansatz eigentlich recht nahe, bedenkt man, dass in beiden Genres die Erforschung der eigenen Identität und die Probleme des Andersseins zentrale Motive darstellen. Regisseur Tomas Alfredson wagte sich nun an das genre-übergreifende Experiment. Sein Film fängt bereits mit den ersten Aufnahmen den rauen, spröden Charme des nordischen Winters ein, der zugleich die Stimmung der ruhig erzählten Außenseiter-Geschichte vorgibt. Überhaupt schlägt „So finster die Nacht“ über die gesamte Laufzeit ein recht gemächliches Tempo an.
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Letzte Aktualisierung ( 12.03.2009 )
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Burn after reading (OmU) |
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Regie, Drehbuch, Produktion: Joel Coen, Ethan Coen Kamera: Emmanuel Lubezki Musik: carter Burwell Mit George Clooney, Frances McDormand, John Malkovich, Brad Pitt, Tilda Swinton, Richard Jenkins, Elizabeth Marvel, J.K. Simmons Laufzeit 95 Minuten Webseite: www.burnafterreading-derfilm.de
Im Universum der Coen-Brüder wimmelt es nur so von verschrobenen Typen, die blindlings in ihr Verderben rennen. Auch Burn after Reading, der auf dem Filmfestival von Venedig seine Weltpremiere erlebte, fühlt sich dieser Tradition verpflichtet. Als eine CD mit brisantem Geheimdienstmaterial in die falschen Hände gerät, nimmt das Unheil für zwei Angestellte eines Fitness-Studios seinen Lauf. Bei den turbulenten Verwicklungen zwischen Fitness-Umkleide und Regierungsviertel mischen neben den alten Coen-Weggefährten George Clooney und Frances McDormand auch Brad Pitt und John Malkovich kräftig mit. Uneingeschränkt empfehlenswert!
PRESSESTIMMEN Dummheit als sittlicher Defekt und Anstoß für eine herzlos bissige US-Zeitgeistsatire um das Streben nach mehr Glück von einer Handvoll trüber Figuren, die in schöner "Fargo"-Manier vor lauter Selbstüberschätzung sich und andere in Grund und Boden rammen. Glanzvoll besetzt, vor allem Brad Pitt erfreut als stramme Fitness-Frohnatur ohne Durchblick. Kultur-Spiegel
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FILMKRITIK Die Zutaten: Eine CD mit vermeintlich brisanten Geheimdienstinformationen, eine sehnsüchtig erwartete Schönheits-OP, zwei kaputte Beziehungen, ein Dutzend heimliche Affären. Das Personal: Ein frustrierter Ex-CIA-Agent, eine untreue Ehefrau, ein sexuell umtriebiger Regierungsbeamter und zwei Fitnesstrainer, die sich als Möchtegern-Erpresser versuchen. Alles zusammen ergibt einen herrlich absurden, schwarzhumorigen Cocktail, der für alle Beteiligten und den Zuschauer die eine oder andere Überraschung bereithält. Burn after Reading heißt das unterhaltsame Gemisch, mit dem die Joel und Ethan Coen höchstwahrscheinlich an den Erfolg ihres Oscar-gekrönten, lakonischen Noir-Thrillers No Country for Old Men anknüpfen dürften.
Dabei stand am Anfang eine denkbar einfache Idee. Die Coens wollten wieder mit George Clooney zusammen arbeiten, mit dem sie bereits zwei Filme – namentlich O Brother, Where Art Thou? und Ein (un)möglicher Härtefall – abgedreht hatten. Auch Brad Pitt und John Malkovich standen auf ihrem Wunschzettel ganz oben. Also erdachten sie für ihre Traumbesetzung die passenden Rollen und eine Geschichte, in deren Verlauf sich die Wege ihrer Figuren mehrfach kreuzen sollten.
Das Schlamassel nimmt seinen Lauf, als das Manuskript mit den Memoiren des geschassten CIA-Agenten Ozzie Cox (John Malkovich) in die Hände zweier leicht trotteliger, aber dennoch liebenswerter Fitnesstrainer fällt. Linda (Frances McDormand) träumt von einer umfassenden Verjüngung ihres in die Jahre gekommenen Körpers, wofür ihr allerdings bislang das nötige Kleingeld fehlte. Mit der CD als Pfand und der Hilfe ihres iPod-süchtigen Kollegen Chad (Brad Pitt) startet sie einen erschreckend amateurhaften Erpressungsversuch.
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Letzte Aktualisierung ( 26.02.2009 )
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