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Tödliche Versprechen - Eastern Promises PDF Drucken E-Mail
13.03.2008
ImageGroßbritannien / Kanada 2007
100 Min.
Farbe
Regie: David Cronenberg
Mit: Viggo Mortensen, Naomi Watts, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl, Sinéad Cusack

Seit über dreißig Jahren spalten die Filme David Cronenbergs bereits die Gemüter von Zuschauern und Kritikern und eben diese Polemik verschaffte dem kanadischen Ausnahmeregisseur kürzlich den Douglas-Sirk-Preis 2007. Immer waren es Werke über Körperlichkeit, Metamorphosen, Sex und Gewalt in einer kühlen, fast klinischen Inszenierung, die Mainstreamsehgewohnheiten auffällig trotzten. Mit „A History of Violence“ wurde der Stil zwar direkter, aber auch hier setzte man sich provokativ zwischen die Stühle. „Tödliche Versprechen“ führt diesen Weg nun konsequent weiter.

PRESSESTIMMEN


Ein intelligenter Film auf hohem dramaturgischen und stilistischen Niveau, der mit inszenatorischen Überraschungen und hervorragenden Darstellern aufwartet und dessen Bilder lange in Erinnerung bleiben. - Sehenswert.
film-dienst


FILMKRITIK


Als ein minderjähriges, russisches Mädchen blutüberströmt in ein Londoner Krankenhaus eingeliefert wird, stellen die Ärzte fest, dass die junge Frau schwanger ist. Das Baby überlebt, die Mutter stirbt vor den Augen der Hebamme Anna. Ein in Russisch verfasstes Tagebuch sowie der Name eines russischen Restaurants sind die einzigen Hinweise auf die Identität der Toten, doch Annas Neugier ist geweckt und ihre Reise in die dunkelsten, menschlichen Abgründe beginnt. Semyon , der Besitzer des Restaurants, bietet der jungen Frau an, das Tagebuch zu übersetzen, zeigt aber gleichzeitig auffälliges Interesse an ihr und ihrer Familie. Annas Vater nimmt sich widerwillig ebenfalls der Übersetzung an und man stößt auf ein schreckliches Geheimnis, das Semyon und dessen Sohn Kirill für lange Zeit ins Gefängnis bringen würde. Nicht nur Annas Leben ist in höchster Gefahr, als schließlich Kirills Chauffeur und bester Freund Nikolai interveniert. Dieser zwielichtige Charakter zeigt trotz aller ihm innewohnenden Härte und Grausamkeit Mitgefühl für Anna. Doch auch dieses wird in Frage gestellt, als er beauftragt wird, Annas Vater zu beseitigen.
 
Die körperlichen Transformationen sind seit „Spider“ der gebrochenen Persönlichkeit gewichen. Der Erwachsene, der im Grunde immer das kleine Kind geblieben ist, der biedere Familienvater, der nicht vor kaltblütigen Morden zurückschreckt, als seine Existenz bedroht wird und jetzt der mysteriöse Handlanger, der übergangslos vom Helfer zur gewissenlosen Killermaschine zu mutieren vermag. Auf einer anderen Ebene können wir die unschuldige Anna erleben, die mit ihrem ambitionierten Verhalten nicht nur den Fall des toten Mädchens aufklären, sondern vor allem ihre eigene Vergangenheit verändern möchte. „Tödliche Versprechen“ wirkt erneut leichter verdaulich als Cronenbergs Frühwerk, macht es dem Mainstreampublikum jedoch wiederholt schwer, indem er die Handlung eher nebenbei erzählt und vorsätzlich auf einen strikten Spannungsaufbau zugunsten von präzisen Charakterzeichnungen verzichtet. Und wie schon bei „A History of Violence“ ist die Gewaltdarstellung explizit, schmerzhaft und unverzichtbar, da sie fester Bestandteil des Protagonisten ist und auf diese Weise die Zerrissenheit auch für den Rezipienten physisch fühlbar macht.

Oliver Forst

aus: programmkino.de

Letzte Aktualisierung ( 27.03.2008 )
 
4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage PDF Drucken E-Mail
20.02.2008
ImageRumänien 2007
Regie und Buch: Cristian Mungiu
Darsteller: Anamaria Marinca, Laura Vasiliu, Vlad Ivanov, Alexandru Potocean
Webseite: www.4months3weeksand2days.com

Das rumänische Drama von Cristian Mungiu gewann 2007 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. Zwei junge Frauen wollen darin während der Ceausescu-Diktatur in den 1980er Jahren eine illegale Abtreibung von einem zwielichtigen Experten durchführen lassen. Ein packender und bestürzender Film, der die düstere und verzweifelte Stimmung im einst kommunistischen Rumänien zeigt.

PRESSESTIMMEN


Für Anke Leweke ist der Film nicht einfach nur die Abrechnung mit einer untergegangenen Ideologie und Epoche. "Es ist ein Film, den man nicht mehr los wird, weil seine Bilder sich in unser Gedächtnis senken. Gerade in seiner Sachlichkeit und Nüchternheit entwickelt er eine emotionale Wucht, die den Zuschauer weder überwältigt noch überrollt, sondern nur gebannt auf die Leinwand starren lässt. ... [Er] stellt sich seinem Thema bis zur letzten Konsequenz und führt es in all seinen Facetten aus. Dabei überlässt er dem Zuschauer Bilder und Szenen, die er ganz allein, ohne moralische oder emotionale Gebrauchsanweisung mit aus dem Kino nehmen muss."
Die Tageszeitung

Heimlich, still und leise hat sich Rumänien zu einem der interessantesten europäischen Filmländer entwickelt, meint Michael Kohler. Die Handlung "wirkt dabei mitunter wie eine Studie über darstellerische Wahrhaftigkeit. Stets bleibt die Kamera auf Distanz, meistens rückt sie die Figuren aus gleichbleibender Perspektive und in langen Einstellungen ins Bild. ... Schon lange hat sich kein Filmregisseur mehr derart gekonnt der Intensität eines ästhetisch ausgefeilten Dokumentarismus bedient. In langen Proben ließ Mungiú den Text verfeinern, danach entwickelte er mit dem brillanten Kameramann Oleg Mutu ein Konzept, das den Schauspielern möglichst viele Freiheiten gibt und dabei trotzdem genuin filmisch erscheint."
Frankfurter Rundschau

Die Poesie des Mitwissens hat Gunnar Decker überzeugt. "Ein dunkler Film über ein Land in Agonie, aber ohne jeden anklagenden Gestus, ohne dass über Politik überhaupt je gesprochen würde. Ein Film schließlich über die stille Widerstandskraft aus Lebensklugheit von Menschen, die sich weder vom System brechen ließen noch zu bloßen Mitläufern oder gar Mittätern wurden. Mungiu zeigt auf eine großartige Weise, wie man auch über Geschichte sprechen kann – und wie es auf poetische Weise fruchtbar wird, wenn man auf jeden vordergründig anklagenden Gestus verzichtet. Davon sind deutsch-deutsche Geschichtsbilder noch Welten entfernt."
Neues Deutschland

Beklemmend ist der Film für Peer Schmitt. "Die Beklemmung vermittelt Mungiu mit einem ziemlich weit getriebenen Purismus. Sein Film besteht aus einer Reihung von Plansequenzen, ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht. Dabei kein Raum für Improvisation, jedes Detail geplant, durchgesetzt und bedeutungsgebend (herausragend die Tonmischung, zumindest in der Originalversion). ... Verzicht erzeugt den besten Effekt. Verzicht übrigens auch auf melodramatische Zuspitzungen. Eine "kalte" Inszenierung der Brutalität existentieller Gefährdung als Alltag."
Junge Welt

Der Film handelt von Abtreibung, ist aber kein Abtreibungsfilm, stellt Hanns-Georg Rodek fest. "4 MONATE benutzt eine Handkamera, aber die hüpft nicht dogmahaft umher, sondern schwankt leicht, ein unterbewusstes Gefühl der Desorientierung vermittelnd. Mungius Kamera missachtet die alten Kinogebote, dass man den Sprechenden stets im Bild zeigen soll und keine Körperstümpfe ins Bild ragen dürfen - alles Teil einer wohlkalkulierten Strategie, den Zuschauer aus der Sehroutine zu drängen, zwischen Politfilm, Thriller und Horrorstück hin- und her zu zerren."
Berliner Morgenpost

Laut Rüdiger Suchsland mag der Film motwendig sein, "auch moralisch sympathisch, weil Mungiu immer die Partei der beiden Frauen - von Anamaria Marinca und Laura Vasiliu hervorragend gespielt - ergreift; auch wenn seine Position in der Abtreibungsfrage überaus unklar ist, und man seinen Film wahlweise als Pamphlet gegen jedwede Abtreibung wie als Traktat für ihre Legalisierung und mehr Hygiene interpretieren kann. Aber man möchte doch wetten, dass ein identischer Film, käme er aus Deutschland, Spanien oder Dänemark, im Mai in Cannes keine Goldene Palme gewonnen hätte. Bei Depressionskino gilt der Osteuropa-Bonus."
artechock.de

Anke Westphal sah einen "großen Film über den Terror - den Terror derjenigen, die überwachen oder etwas zu vergeben haben. Es ist ein schockierender Film auch über das Ausmaß, in dem der Einzelne totalitären Verhältnissen ausgeliefert ist. ... Ja, Mungiu zeigt auch die vergrauten Neubauviertel, die Menschenschlangen vor halbleeren Geschäften, die Unfreundlichkeit und den Terror des Mangels. Aber das tut er auf intensive Weise beiläufig - er zeigt es als Bestandteil eines Gesellschaftssystems, das nicht verglichen wird mit einem anderen, komfortableren und schon gar nicht ausgestellt wie in einem Museum."
Berliner Zeitung

Immer wieder weigert sich der Film, sentimental zu werden, schreibt Andreas Kilb. "Ohne Gefuchtel und Geschwenke, mit beweglicher, aber niemals zitternder Kamera hält er den Opfergang der beiden Studentinnen fest, die Demütigung des erpressten Beischlafs, die Panik im Gesicht der Schwangeren, die hektische Betriebsamkeit ihrer Freundin. Hätte Mungiu die madonnenhafte Gabita zur Hauptfigur seiner Geschichte gemacht, wäre aus 4 MONATE, 3 WOCHEN UND 2 TAGE vermutlich eines jener Rührstücke geworden, deren Pathos immer ein wenig nach Backmischung riecht. Aber er hat sich für Otilia entschieden, die Ältere, Reifere der beiden, die Zeugin und Mittäterin."
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Jan Schulz-Ojala sah ein kleines Filmwunder. "Das Zusammensuchen der Sachen im Wohnheim, die Suche nach dem Hotelzimmer, wobei die Rezeptionsdamen grausam perfekt den sozialistischen Nicht-Service verkörpern, die ersten kühlen Gespräche mit dem Abtreiber im Auto, die zunächst leise und sich in einem Kurzgebrüll entladende Verhandlung, irgendwann Otilias letzter Freundschaftsdienst mit der hastigen Beseitigung des Fötus in der Nacht: All dies ist in wenige prägnante Szenen aufgelöst, wobei der stativlosen Kamera, selbst wenn sie lange verharrt, allenfalls ein minimales Beben gestattet ist. Aber es ist ein Beben, von Anfang an."
Der Tagesspiegel

Mitfühlender, genauer, nüchterner und packender ist in diesem Jahr im Kino kaum erzählt worden, schreibt Martin Walder. "4 MONATE ... ist eine Art Thriller und darin herausragend, wie er äussere Dramatik unterläuft. Vielmehr sperrte der Autor die Gefühle filmisch in oft minutenlangen, statischen, zentralperspektivischen Einstellungen wie unter dem Mikroskop ein. So wird Spannung aufgebaut und das seelische und körperliche Dilemma der jungen Frauen in messerscharfen Dialogen zugespitzt. Bis die Emotionen doch auch physisch durchbrechen und die Kamera sich der keuchend durch die nächtliche Stadt irrenden Protagonistin an die Fersen heftet: Ein rudimentäres Leben wird entsorgt. Doch wir Zuschauer mögen uns nicht abwenden, im Gegenteil, weil das Dilemma politischer, sozialer und moralischer Natur ist."
Neue Züricher Zeitung

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FILMKRITIK


Ähnlich wie beim letztjährigen Cannes-Gewinner „L’enfant” der Gebrüder Dardenne ist auch hier das Leben eines Babys der Ausgangspunkt der Handlung. Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage ist es her, dass sich Gâbita (Laura Vasiliu) einem Mann hingegeben hat ohne zu verhüten. Gemeinsam mit ihrer Freundin Otilia (Anamaria Marinca) teilt sie sich ein viel zu kleines Zimmer in einem trostlosen und maroden Studentenwohnheim, wo Kommilitonen mit Schwarzmarktgeschäften versuchen, über die Runden zu kommen. Im kommunistischen Rumänien unter Nicolae Ceausescu sind Zigaretten und kostbare Seife Mangelware, vor den Lebensmittelgeschäften stehen die Leute Schlange, doch was die beiden jungen Frauen vor viel größere Probleme stellt, ist das vom Regime verordnete Abtreibungsverbot: Wer nach dem vierten Monat die Schwangerschaft abbricht, gilt vor dem Gesetz als Mörderin. Dennoch gehen Gâbita und Otilia das Wagnis ein und treffen sich in einem Hotelzimmer mit dem zwielichtigen Mr. Bebe (Vlad Ivanov), der die Abtreibung durchführen soll.

Christian Mungius Film ist weder eine Analyse des kommunistischen Rumäniens, noch eine explizite Kritik an der Ceausescu-Diktatur. Stattdessen konzentriert sich sein Drama auf die Tour de Force der jungen Otilia, die in einer Nacht zahllose Prüfungen durchstehen muss, um ihrer Freundin Gâbita zu helfen. Die kleine Stadt, durch die sie hetzt, ist ein unwirscher und grauer Ort voller Plattenbauten, wo selbst ein harmloses Hundebellen in der Dunkelheit zum Alptraum wird.

Die persönliche Hölle, durch die Otilia und Gâbita gehen müssen, inszeniert Christian Mungiu in größtmöglicher Intimität, mit der Handkamera ist er so nah an seinen Figuren, dass man die Beklemmung und die Angst selber zu spüren bekommt. Von der Schulter gefilmt und in langen Plansequenzen gedreht, gelingt es Mingiu tatsächlich, ohne falsches Pathos, platte moralische Schuldzuweisungen oder hysterische Überspitzungen auszukommen. Stattdessen macht er anhand von Alltagsritualen und intimen Unterhaltungen sichtbar, wie schwer diesen jungen Frauen nicht nur ihre Selbstbehauptung, sondern auch ihre Entscheidung gegen das ungeborene Leben in einer trotz kommunistischer Fassade streng patriarchalischen Gesellschaft gefallen sein muss.

Doch noch mehr als die tristen Umstände, ist es die Unfähigkeit miteinander zu kommunizieren, sich zu wehren, sich zu artikulieren, die den beiden jungen Frauen zusetzt. Die vollständige Isolation und das Ablehnen von Hilfe aus der eigenen Familie und dem anderen Geschlecht – Otilia verweigert ihrem Freund Adi (Dl. Radu) die angebotene Unterstützung – zeigt den großen emotionalen Konflikt und das Misstrauen in einer Gesellschaft, in der Geheimnisse an der Tagesordnung stehen und staatlicher Terror und Repression bis in den familiären Bereich gedrungen sind.

Ein Film, der einen verstört und aufgewühlt entlässt, dennoch von großer emotionaler und erzählerischer Kraft zeugt.

David Siems
Letzte Aktualisierung ( 28.02.2008 )
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Persepolis PDF Drucken E-Mail
31.01.2008

ImageFrankreich 2007
Regie: Marjane Satrapi / Vincent Paronnaud
Nach den gleichnamigen Comics von Marjane Satrapi
Synchronstimmen: Jasmin Tabatai, Nadja Tiller und Hans Zischler
96 Minuten

Basierend auf den gleichnamigen Comicbüchern, erzählt die gebürtige Iranerin Marjane Satrapi ihre autofiktive Lebensgeschichte. Sie handelt von ihrer Heimat, den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und dem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen. Eine unkonventionelle Verfilmung eines zeitgenössischen Comics, die durch ihre räumliche und inhaltliche Tiefe an Bedeutung gewinnt.

„Preis der Jury“ bei den 60. Filmfestspielen in Cannes 2007


KLASSE IM KINO


In der Reihe "Klasse im Kino" bieten wir Lehrern die Möglichkeit, sich den Film mit ihren Schülerinnen und Schülern anzuschauen. Vom 29.02.-12.03. können Sie Vorführungen in der Zeit zwischen 10.00 und 18.00 Uhr buchen. Die Eintrittspreise betragen wahlweise 3 EUR pro Schüler/Lehrer oder 100 EUR pro Vorstellung.

Kontakt:
Susanne Helmcke
KULTURFABRIK Moabit
Lehrter Str. 35
10557 Berlin
fon: 030. 397 50 56
fax: 030. 397 51 56


Materialien zur Unterrichtsvorbereitung für Lehrer finden sich hier und hier .


PRESSESTIMMEN


Ein künstlerischer Triumph.
Stern

Subversiv, charmant und mit Humor... Und siehe da, es ward wirklich groß.
Der Spiegel

Bewegend und mitreißend, selbstironisch, witzig und frech. Ein wunderbarer Film.
ZDF Heute-Journal

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Letzte Aktualisierung ( 13.03.2008 )
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Auf der anderen Seite PDF Drucken E-Mail
20.01.2008

ImageDeutschland/ Türkei 2007
Regie und Buch: Fatih Akin
Darsteller: Baki Davrak (Nejat Aksu), Tuncel Kurtiz (Ali Aksu), Patrycia Ziolkowska (Lotte Staub), Hanna Schygulla (Susanne Staub)
122 Minuten, Farbe
Webseite: www.auf-der-anderen-seite.de


Vier Jahre nach seinem „Gegen die Wand“-Berlinale-Triumph eroberte der deutschtürkische Regisseur Fatih Akin mit „Auf der anderen Seite“ die diesjährigen Filmfestspiele von Cannes. Teils in Deutschland, teils in der Türkei entwirft er eine Reihe schicksalhafter Begegnungen, bei denen es um Liebe, Familie, den Tod und die Chancen geht, die daraus entstehen können. Statt mit der hitzigen Wucht von „Gegen die Wand“ breitet der in Cannes für das beste Drehbuch prämierte Film seine komplexen, tragischen Geschichten jedoch in aller Ruhe mit Akins klarem Blick und der Unterstützung eines so sensiblen wie glaubwürdigen Darstellerensembles aus.


PRESSESTIMMEN


War der mit Preisen überschüttete Film "Gegen die Wand" noch jugendlich-mitreißendes Power-Kino, so legt der 34-jährige Regisseur mit diesem unaufgeregten Ensembledrama nun die Reifeprüfung ab. Sechs Schicksale prallen in Deutschland und Istanbul aufeinander, selbst der Tod bedeutet kein Ende. Der Zauber der souverän und präzise inzsenierten Multikulti-Konstruktion wirkt lange nach.
Stern

Kunstvoll verknüpft Autor und Regisseur Akin die sechs Episoden seiner Hauptfiguren zu einem Netz, das sich erst am Ende auflöst. Sowohl auf der Dialogebene als auch in der gesamten Anlage der Geschichte findet er eine sehr überzeugende Balance aus Künstlichkeit und Realismus. (teils O.m.d.U.) - Sehenswert.
film-dienst

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FILMKRITIK


In seinen Filmen zieht es Fatih Akin zunehmend zurück zu seinen Wurzeln. Nach dem hitzigen Liebesdrama „Gegen die Wand“ schlägt der deutschtürkische Regisseur auch mit  „Auf der anderen Seite“, der Fortsetzung seiner «Liebe, Tod und Teufel»-Trilogie, den Bogen zwischen zwei Kulturen: Was in Deutschland beginnt, läuft in verschiedenen, tragischen Handlungen in der Türkei zusammen. Um die Liebe geht es dabei, um Ersatzfamilien, Tod,  Abschied und die Chancen, die darin liegen. Aber auch um türkische Politik und die Frage nach dem EU-Beitritt. Zeigt Akin auf der einen Seite die westliche, wohlhabende Türkei in Istanbul, thematisiert er auf der anderen Seite die Unterdrückung der politischen Opposition und die Zweifel im Land.

„Auf der anderen Seite“ beginnt in Bremen bei einem deutschtürkischen Literaturprofessor Nejat (Baki Davrat), dessen alter Vater Ali (Tuncel Kurtiz) noch einmal eine Frau will und die ehemalige Prostituierte Yeter (Nursel Köse) heiratet. Als der Vater sie im betrunkenen Zustand schlägt, stirbt sie durch den Sturz. Ali landet daraufhin in U-Haft, bevor er letztlich in die Türkei abgeschoben wird. Um Yeters Tochter Ayten (Nurgul Yesilcay) aufzuspüren, macht sich dann auch sein Sohn Nejat auf den Weg nach Istanbul.

Letzte Aktualisierung ( 20.02.2008 )
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Planet Terror PDF Drucken E-Mail
04.01.2008

Image USA 2007
Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Produktion: Robert Rodriguez
Weitere Produzenten: Elizabeth Avellán, Quentin Tarantino
Spezialeffekte/Make up: Greg Nicotero
Mit Rose McGowan, Freddy Rodriguez, Michael Biehn, Marley Shelton, Josh Brolin, Jeff Fahey, Naveen Andrews, Bruce Willis

Website: www.planetterror.senator.de

Am Anfang stand die Idee zweier filmbesessener Freunde, dem kultigen Grindhouse-Kino der 60er und 70er Jahre ein filmisches Denkmal zu setzen. Während Quentin Tarantino in seinem Beitrag „Death Proof“ den eigenen Leidenschaften für starke Frauen, Pop-Talk und Oldschool-Action nachging, kehrt Robert Rodriguez mit Planet Terror nach einigen kommerziell erfolgreichen Ausflügen in die Familienunterhaltung zu seinen bleihaltigen und blutigen Frühwerken zurück. Wunderbar überdreht, garantiert jenseits aller Political Correctness und mit einem spielfreudigen Ensemble, schickt sich Planet Terror an, das Herz eines jeden Horror-Fans zu erobern.

PRESSESTIMMEN

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Zur Renaissance der Zombie-Filme (PLANET TERROR und 28 WEEKS LATER) schreibt Diedrich Diederichsen hier ...

 

FILMKRITIK


Zusammen mit seinem Kumpel Quentin Tarantino wagte sich Sin City-Regisseur Robert Rodriguez an das Grindhouse-Projekt. Grindhouses waren vor allem während der späten 60er und frühen 70er in den USA populär. Sie zeigten meist billig produzierte Filme für Erwachsene aus unterschiedlichen Genres. Der Clou: Für den Preis einer Kinokarte bekam der Zuschauer gleich zwei Filme zu sehen. In dieser Tradition inszenierte das Duo Rodriguez/Tarantino die Grindhouse-Neuauflage als dreistündigen Trip in die cineastische Vergangenheit, stilecht unterbrochen von Trailern zu fiktiven Horror- und Exploitation-Produktionen.

Doch außerhalb der USA wurde das Doublefeature wieder aufgeschnürt, wohl auch, weil die Macher erkannten, dass nur wenige Kinogänger die Geduld für ein dreistündiges B- und C-Movie-Potpurri aufbringen würden. So läuft Planet Terror hierzulande rund einen Monat nach Tarantinos Death Proof an.

ImageDarin gerät ein biologisches Experiment außer Kontrolle. Giftgas strömt aus und infiziert eine Armee militanter Söldner (darunter Bruce Willis in einem Cameo-Auftritt), welche sich daraufhin in menschenfressende Bestien verwandeln. Rodriguez stellt diesen eine Gruppe aus stoischen Texanern, wortkargen Draufgängern, verführerischen Go-Go-Girls und verrückten Zwillingen gegenüber. Nach einer ersten äußerst blutigen Konfrontation rund um den Laden des eigensinnigen JT (Jeff Fahey) mündet der Plot in einem irrwitzigen Showdown auf dem Gelände der Militärbasis. Dabei wächst nicht nur Cherry (Rose McGowan) über sich hinaus. Die Tänzerin hat soeben ein Bein verloren, was sie jedoch nicht daran hindert, es mit den herrlich scheußlichen Monstern aufzunehmen. Unterstützung erhält sie von Wray (Freddy Rodriguez), einem mysteriösen Einzelgänger, und der resoluten Ärztin Dr. Dakota Block (Marley Shelton).

Letzte Aktualisierung ( 20.01.2008 )
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