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Vicky Cristina Barcelona (OmU) | Vicky Cristina Barcelona (OmU) |
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| 12.03.2009 | |
Spanien/USA 2008Regie und Buch: Woody Allen Darsteller: Scarlett Johansson (Cristina), Rebecca Hall (Vicky), Javier Bardem (José Antonio), Penélope Cruz (Maria), Patricia Clarkson (Judy) 96 Minuten, Farbe Web: www.concorde-film.de Woody Allens Europa-Drehtour geht weiter: Nach drei London-Filmen hat es ihn für „Vicky Cristina Barcelona“ nun nach Spanien verschlagen. Mit einer aufregenden Besetzung erzählt er von den amourösen Verwicklungen zweier Barcelona-Touristinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall) mit einem spanischen Maler (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau (eine impulsiv charmante Naturgewalt: Penélope Cruz). Mit durchweg Postkarten-tauglichen, bis ins Klischee übertriebenen Mittelmeer-Impressionen wird der Film dabei zur leichtfüßig amüsanten Fantasie um die bekannten Fragen der Liebe, die so sommerlich perlend bei Allen nie sexier gestellt wurden. FILMKRITIKLuftveränderungen tun Woody Allen offenbar gut. Entstanden bis vor einigen Jahren noch fast alle seine Filme in New York, verließ er 2005 den Big Apple, um in Europa zu drehen. Mit „Match Point“, damals sein erster Film in London und mit Scarlett Johansson, gelang ihm dort ein Volltreffer. Nach zwei weiteren, für seine Verhältnisse durchschnittlichen London-Produktionen hat der 72-jährige Regisseur für „Vicky Cristina Barcelona“ nun wieder einen Ortswechsel vorgenommen – und gibt damit seinem durchwachsenen Spätwerk abermals einen revitalisieren Impuls. In seinem ersten spanischen Projekt zeigt er diesmal im mediterranen Barcelona die amourösen Irrungen und Wirrungen der amerikanischen Touristinnen Cristina (Scarlett Johansson) und Vicky (Rebecca Hall) ein. Die sind zwar beste Freundinnen, haben aber völlig gegensätzliche Vorstellungen, wenn es um die Liebe geht. Während die verlobte Vicky mit einem netten, aber soliden Amerikaner die Nummersicher bevorzugt, findet Cristina, dass zur wahren Liebe auch die ganz großen Gefühle, Leidenschaft und Schmerz gehören. Diese Vorstellungen der Mädchen werden schon kurz nach ihrer Ankunft in Barcelona auf die Probe gestellt, wenn sie in einem Restaurant José Antonio (Javier Bardem) begegnen. Der heißblutspanische Maler mit durchdringendem Blick schlägt ihnen Sekunden nach ihrer Bekanntschaft völlig direkt einen Dreier vor, bevor er zunächst Cristina um den Finger wickelt und ihm etwas später auch Vicky verfällt – große Gewissensbisse natürlich inklusive. Sicherlich knistert es bereits bei dieser Konstellation, mit dieser Besetzung und der malerischen Kulisse schon von Anfang an. Dennoch fehlt es dem etwas lustlosen Off-Kommentar und den Dialogen zunächst noch etwas an Spritzigkeit, weshalb es eine Weile dauert bis der Liebesreigen richtig in Bewegung kommt. Regelrecht Feuer fängt die Leinwand aber, als sich die Zweierturtelei von Johansson und Bardem mit dem Auftritt von Penélope Cruz zur Ménage-à-Trois ausweitet. Als Ex-Frau des Malers entfacht sie eine Explosion an Impulsivität und Charme, bei der selbst Johansson einfach nur wie ein kleines blondes Ding daneben steht. In eine Altherren-Fantasie gleitet diese Beinah-jeder-mit-jedem-Geschichte allerdings nicht ab. Allen belässt es stets bei den teilweise sehr sinnlichen Küssen, bevor abgeblendet und die Fantasie der Zuschauer angeknipst wird. Statt in schwülen Erotikszenarien vor stimmungsvoller Mittelmeerkulisse schwelgt Allen viel lieber in durchweg Postkarten-tauglichen Impressionen Barcelonas, die er genüsslich ins sonnendurchflutete Klischee übertreibt.
aus: programmkino.de |
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| Letzte Aktualisierung ( 09.04.2009 ) |
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Spanien/USA 2008