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Schwerkraft | Schwerkraft |
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| 02.05.2010 | |
Deutschland 2009Regie und Buch: Maximilian Erlenwein Darsteller: Fabian Hinrichs, Jürgen Vogel, Nora von Waldstätten, Jule Böwe, Eleonore Weisgerber, Jeroen Willems, Thorsten Merten Länge: 95 Minuten Web: www.schwerkraft-derfilm.de Der Gewinner des diesjährigen Max-Ophüls-Preises: In Maximilian Erlenwein Kinodebüt erkennt ein Bankangestellter, dass zu viel Ordnung seinem Leben nur schaden kann. Fortan übt er sich im Ausprobieren radikaler Grenzerfahrungen und krimineller Handlungen – welche ihm den Weg zu seiner alten Jugendliebe weisen. Ein mitreißender und vergnüglicher Film, der auch ein kleines Statement zur Finanzkrise ist. PRESSESTIMMENStilsicher inszeniert, hat Tempo, pointierten Witz und mit Fabian Hinrichs und Jürgen Vogel ein famos harmonisierendes Haupdarsteller-Duo. Respekt. Stern FILMKRITIKEs kommt der Moment im Leben, wo man sein tägliches Handeln und Tun im Berufsalltag nicht nur anzweifelt, sondern auch kritisch hinterfragt. Und manchmal bedarf es dafür einschneidender Erlebnisse. Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) hat so ein Erlebnis gerade hinter sich. Sogar eines von der heftigsten Sorte. Als der Bankangestellte einem Kunden keinen weiteren Kredit gewähren will, jagt der sich vor seinen Augen eine Kugel in den Kopf. Ein radikaleres Statement zur aktuellen Finanzkrise hätte sich Regisseur und Autor Maximilian Erlenwein nicht ausdenken können. Und so ist auch für den jungen und aufstrebenden Yuppie Feinermann die Sachlage eindeutig: Lieber schnell den öden Lebensentwurf ändern, bevor man ihm (oder er sich selbst) eine Pistole an den Kopf hält. Maximilian Erlenweins Film handelt nicht von der Schwerkraft, die den rational denkenden Großstadtbürger auf dem Boden der Vernunft hält, sondern auch von dem Gefühl der Leichtigkeit, mit dem man aus den Regeln des Alltags entfliehen kann. Frederik Feinermann findet nämlich plötzlich großen Gefallen daran, zum ersten Mal in seinem Leben Regeln und Gesetze zu brechen. Gemeinsam mit dem alten Schulfreund und erprobten Kleinganoven Vince (Jürgen Vogel) bricht der junge Mann bei seinem Chef ein, klaut im Supermarkt oder überfällt Skinheads mit einer Baseballkeule. Ob das nun aus schierer Lust passiert oder zur Trauma-Bewältigung gedacht ist, möchte der Film nicht beantworten. Viel eher dient es einem zutiefst romantischem Motiv: Die neuerlichen Adrenalinkicks geben Feinermann endlich den Mut, seine alte Jugendliebe Nadine (Nora von Waldstätten) wieder zu kontaktieren. Regisseur Erlenwein changiert dabei geschickt zwischen den Genres: Buddy-Komödie, Drama, Film noir, Liebesgeschichte und ein wenig Krimi – all das kann man in diesem starken Kinodebüt entdecken, das mit Fabian Hinrichs und Nora von Waldstätten zwei Darsteller im Ensemble hat, die man (trotz langjähriger Berufserfahrung) als Neuentdeckung feiern sollte. Jürgen Vogel kann man einmal mehr in einer Rolle sehen, für die er wie gemacht ist. Als wuchtiger Haudrauf mit einschlägiger krimineller Vergangenheit und Plänen für eine Punkrock-Bar hat man ihn in variierter Form wohl schon mehrere Male in anderen Produktionen erlebt. Seine schnodderige und kühle Performance des lässigen Kneipenschlägers ist nun einmal seine Spezialität, die man immer wieder gerne sieht. Dabei ist es viel spannender zu beobachten, wie der brave Bankangestellte zum ersten Mal in seinem Leben gehörig über die Stränge schlägt – und irgendwann von der Realität eingeholt wird. „Schwerkraft“ ist mitreißendes und humorvolles Kino, das zurecht mit dem diesjährigen Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet wurde.
aus: programmkino.de |
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| Letzte Aktualisierung ( 01.06.2010 ) |
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Deutschland 2009