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Nur am 19.1. um 20 Uhr: von Nancy du Plessis - die Regisseurin ist anwesend! Inhalt
Sie sind in ganz Europa anzutreffen: Junge Männer in kurzen Mänteln, sauber gebürsteten dunklen Anzügen, weißen Hemden und mit sehr korrekt gebundenen Krawatten. Höflich und adrett, verkörpern sie den Wunschtraum aller Schwiegermütter: Es handelt sich um junge Mormonen aus den Vereinigten Staaten, die im Ausland als Missionare tätig sind. Die amerikanische Dokumentarfilmerin Nancy du Plessis, die seit einigen Jahren in München lebt, hat drei junge Mormonen bei ihrem Missionseinsatz in Deutschland mit der Kamera begleitet. Mormonen, Mitglieder der ”Kirche Jesu Christ der Heiligen der letzten Tage”, bezeichnen ihre Religionsgemeinschaft als die ”einzig wahre amerikanische Religion”. Sie geht zurück auf den amerikanischen Landarbeiter Joseph Smith, der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts behauptete, Gott und Jesus Christus seien ihm in einer Vision erschienen. Später soll ihn auch ein Engel namens Mormon besucht und ihm den Weg zu Schrifttafeln gezeigt haben, die angeblich von einer Einwanderung der Israeliten in Amerika im 6. vorchristlichen Jahrhundert berichteten. Die neue Glaubensgemeinschaft gewann rasch zahlreiche Anhänger, die in einem großen Treck quer durch Amerika nach Westen zogen und die Stadt Salt Lake City gründeten. Salt Lake City ist auch heute noch ihr Glaubenszentrum.
Wer bei den Mormonen zu Rang und Ansehen kommen will, sollte zumindest ein Jahr als Missionar im Ausland gewesen sein. Die amerikanische Dokumentarfilmerin Nancy du Plessis, die seit einigen Jahren in München lebt, begleitet mit der Kamera drei junge Mormonen bei ihrem Missionseinsatz in Deutschland. Dort ziehen sie von Haus zu Haus, läuten an jeder Tür und verkünden ihre Glaubensbotschaft. Die Arbeit in der Mission ist eine Art Initiationsritual für die Mormonen: Als halbe Kinder verlassen sie ihre Familie, nach zumindest einem Jahr Auslandsaufenthalt kehren sie als Erwachsene wieder zurück. Für ihre Tätigkeit erhalten sie keinerlei Entlohnung, sogar die Reise und den Lebensunterhalt müssen sie aus eigenen Mitteln bestreiten. Und dennoch ist es eine große Ehre und Freude für die Familien, wenn einer ihrer Söhne zum Missionsdienst gerufen wird. Nancy du Plessis zeigt in ihrer subtil gestalteten Dokumentation den mühsamen Alltag der jungen Missionare, der nicht frei von Misserfolgen und Zurückweisungen ist. Aber es gelingt ihr auch, durchaus witzige Szenen einzufangen, wenn die jungen Mormonen mit Feuereifer, aber in kaum verständlichem Deutsch ihre Heilsbotschaft unter die Leute bringen wollen. aus: 3sat.online http://www.3sat.de/specials/87160/index.html |