Programm
Aktuelles Programm
XXY (OmU) | XXY (OmU) |
|
|
|
| 25.09.2008 | |
|
AUSZEICHNUNGENCannes 2007: Großer Preis der Semaine de la Critique PRESSESTIMMENAlex ist fünfzehn – und hat ein Geheimnis. Aufgrund einer seltenen Laune der Natur ist sie beides: Junge und Mädchen. Preisgekröntes Drama über Intersexualiät und die Freiheit, sich selbst zu definieren. FILMKRITIKEs gibt nachvollziehbare wie naheliegende Gründe, warum es jemanden aus einer großen Stadt wie Buenos Aires an einen entlegenen Küstenstreifen Uruguays verschlägt. Der Umzug von Alex und ihren Eltern hatte jedoch nichts mit der schönen und erholsamen Natur zu tun, die sie gegen den Muff der Großstadt ausgetauscht haben. Die Natur war es vielmehr, die dafür gesorgt hat, dass die kleine Familie regelrecht ans Meer fliehen musste. Weit weg von dem Geschwätz der Leute, wollte man sein Leben wieder in geordnete Bahnen bringen. Der Grund der Flucht ist das, was manche Menschen eine Laune der Natur nennen dürften, denn Alex ist intersexuell. Beide Geschlechter, männlich wie weiblich, koexistieren miteinander. Ein „Zustand“, der allzu oft bereits kurz nach der Geburt durch Kastration korrigiert wird. Im Falle von Alex hat eine sogenannte „Normalisierung“ jedoch nie stattgefunden und so gestaltet sich ihre Selbstfindung und die Entdeckung der eigenen Sexualität als ungleich schwieriger, als dies bei den Jugendlichen ihren Alters der Fall ist. Mit ihren fünfzehn Jahren ist Alex mitten in der Pubertät und im Begriff sowohl eine Frau als auch ein Mann zu werden. Der pubertären Verunsicherung und Identitätssuche folgt das sexuelle Erwachen. Eine heikle Lebensphase, die zusätzlich an Dramatik gewinnt, als der sechzehnjährige Alvaro in ihr Leben tritt. Seine Eltern folgten der Einladung ihrer Mutter, die die Familie nicht ohne Hintergedanken zu sich bat. Der Vater, ein befreundeter Chirurg, soll ihnen bzw. Alex mit Rat und womöglich gar mit Tat zur Seite stehen. Sicherlich ein gut gemeinter Ansatz, doch Alex will zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als Veränderung in ihrem Leben. Sie will, dass die Dinge einfach so bleiben wie sie sind, um dann ihren ganz unvorhersehbaren Lauf zu nehmen. Sie will keine weiteren Umzüge, keine neuen Schulen, keine Medikamente und vor allem, will sie sich keiner medizinischen „Normalisierung“ unterziehen. In ihrer Heimat hat sich Lucía Puenzo unlängst als Romanautorin einen Namen gemacht. Nun schrieb sie das Drehbuch zu „XXY“ und führte erstmalig bei einem Spielfilm die Regie. Ein Debüt, das nicht zuletzt durch die Auszeichnung in Cannes bereits geadelt wurde. Dabei hat sie sich einem sehr sensiblen Thema angenommen. Fern einem dokumentarisch ermüdenden Erzählstil und ebenso fern einer medizinisch fundierten Diagnose, gelingt es ihr, eine Geschichte über die Angst vor dem Anderssein und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper, als ein eindrucksvolles Plädoyer für Toleranz und Freiheit zu inszenieren. Ihre Hauptfigur Alex, die von der androgynen Schauspielerin Inés Efron auf sehr eindringliche Weise verkörpert wird, ist im Film dem latent vorhandenen Voyeurismus ausgesetzt. Dies vermittelt der Film, ohne selbst dabei voyeuristisch zu sein. Das Anderssein wird hier zur Selbstverständlichkeit und ohne sperrige Tabus erzählt. Ein außergewöhnlicher Film, den man nicht so schnell vergisst. Gary Rohweder Alex ist 15, lebt aber unter einer genetischen Besonderheit. Sie (oder er) ist zugleich Mädchen und Junge, eine seltene Laune der Natur. Die damit verbundene seelische Belastung ist dem Blick der Halbwüchsigen auf Schritt und Tritt anzusehen. aus: programmkino.de |
|
| Letzte Aktualisierung ( 13.10.2008 ) |
| < Zurück | Weiter > |
|---|
Argentinien/Frankreich/Spanien 2007Regie: Lucía Puenzo